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Lukasz Szafera

Ein Symbol für Nähe

  • VonSiglinde Wagner
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Buseck (siw). Ein nahtloser Übergang ist längst nicht mehr überall gewährleistet. Die katholische Pfarrgemeinde von »Sankt Marien« darf sich daher glücklich schätzen, dass direkt nach dem Weggang von Pfarrer Jonas Adam nach Lauterbach und Schlitz Lukasz Szafera ab 1. Oktober seinen Dienst als Pfarradministrator aufnehmen wird. Voller Begeisterung erzählt er von seinem ersten Besuch in Buseck.

Die große Kirche, die wunderschöne Bücherei, dahinter die Pfadfinderwiese, daneben die Kita »Sankt Elisabeth«, Pfarrsaal und Familien-Bildungsstätte, das Franzikus- und das Pfarrhaus - all dies auf einem Areal, das hat ihn überrascht und beeindruckt. »Das bedeutet nicht nur kurze Wege, sondern ist für mich auch so etwas wie ein Symbol von Nähe«, sagt Szafera. Wer ihm hier oder andernorts über den Weg läuft, ist herzlich aufgefordert, den neuen Pfarrer anzusprechen. Auch der ländliche Charakter gefällt ihm sehr. Die grüne Landschaft habe eine beruhigende Wirkung.

Zur Pfarrei von »Sankt Marien« gehören derzeit zwölf Ortschaften. Um diese kennenzulernen und mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, möchte Szafera zu Ortsbegehungen einladen. Ihm ist es wichtig, soziale Themen in den Blick zu nehmen.

»Das gelingt außerhalb des Gotteshauses oftmals besser«, sagt er aus Erfahrung. Das Ehrenamt zu stützen und zu stärken und die Menschen mitzunehmen, genieße höchste Priorität.

Falls der Seelsorger einen Rückzugsort benötigt, dann kann er diesen bei seiner Schwester im Vogelsberg oder anderswo in der Natur finden. Spaziergänge verbindet er gerne mit Geocaching, die moderne Form der Schnitzeljagd. Seine Affinität zu sozialen Medien hat der Priester schon vor Wochen mit seiner Vorstellung auf der Facebook-Seite von »Buseck aktuell« gezeigt.

Zuletzt hat der 46-Jährige in Steinheim drei Pfarreien mit insgesamt 8000 Gläubigen und vielen Gremien (darunter vier Kindertagesstätten) betreut. Damit war er voll ausgelastet. Fortan soll es zwischen Seligenstadt und Steinheim nur noch eine Pfarrei für fast 30 000 Gläubige geben. Eine derart große Verwaltungseinheit bedeutet ein hohes Maß an Verantwortung und administrativen Aufgaben. »Einer solchen Stelle gerecht zu werden, ohne der eigenen Physis zu schaden, ist nahezu unmöglich«, begründet Szefera seinen Versetzungswunsch.

Der pastorale Weg wird allerdings für den Pfarradministrator in naher Zukunft auch hier zu erhöhten Anforderungen führen, wenn nach dem geplanten Zusammenschluss mit Lollar, Laubach und Grünberg 8000 bis 10 000 Menschen dieser Gläubigengemeinschaft angehören.

Szafera stammt aus dem polnischen Wolczyn (früher Kronstadt). 2001 ging er nach Deutschland. In Offenbach besuchte er die Jesuitenschule und unterstützte als Kaplan die polnischsprachige Gemeinde eines großen Einzugsgebiets. Bevor der Geistliche 2016 seine jetzige Stelle in Steinheim antrat, hatte er eine Pfarrstelle in Rüsselsheim inne. Die Priesterweihe fand in seinem Heimatland statt, wo er sein erstes Jahr als Kaplan verlebte.

Mit einer gewissen Vorfreude und Erleichterung schaut er auf das, was jetzt kommt. Der Einzug ins Pfarrhaus in Großen-Buseck muss wegen Renovierungsarbeiten noch etwas warten, eine Übergangslösung wurde gefunden. Der offizielle Einführungsgottesdienst soll am Sonntag, 10. Oktober, gefeiert werden. FOTO: SIW

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