Das Tor bleibt zu: Freizeitanlage des Kultur- und Dorfverschönerungsvereins Trohe befindet sich im pandemiebedingten Winterschlaf.
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Das Tor bleibt zu: Freizeitanlage des Kultur- und Dorfverschönerungsvereins Trohe befindet sich im pandemiebedingten Winterschlaf.

Für eigenständige Gemeinschaft

  • vonSiglinde Wagner
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Buseck (siw). Auch wenn die Aktiven des Vereins gegenwärtig kein Jubiläum feiern können, so soll das 50-jährige Bestehen des Kultur- und Dorfverschönerungsvereins Trohe nicht gänzlich ungewürdigt bleiben. Am 16. Januar 1971 hatte der damalige Ortsvorsteher Albert Panzer zur Gründungsversammlung in das Dorfgemeinschaftshaus eingeladen - heute vor 50 Jahren.

Ziel des Vereins war es, die Interessen der zuvor selbstständigen Gemeinde zu vertreten und für die Aufrechterhaltung beziehungsweise den Ausbau der bestehenden Gemeindeeinrichtungen oder Anlagen Sorge zu tragen.

Vor allem aber sollte der Verein Initiativen zur Pflege eines eigenständigen Gemeinschafts- und Kulturlebens im kleinsten Busecker Ortsteil entwickeln. Die 20 Gründungsmitglieder wählten Albert Panzer zum Vorsitzenden. Er führte den Verein bis 1984.

Aus alten Dokumenten geht hervor, dass das Aufstellen von 13 Sitzbänken auf dem Schulhof und das Streichen von etlichen Blumenkästen zu den ersten Aktivitäten zählten. Im Mai 1973 konnte der Abenteuerspielplatz eingeweiht werden. Im Volksmund wurde er das »Fort« oder der »Indianerplatz« genannt. Die Anlage mit den Spielhäusern befand sich gegenüber dem Dorfgemeinschaftshaus, hinter dem Kinderspielplatz, direkt neben dem Sportplatz. Ein idealer Standort.

Eine Fahne schmückte den höchsten Turm des Abenteuerspielplatzes. Sie wurde am 6. April 1975 von der Troher Feuerwehr angebracht. Eine ebenfalls vorhandene Glocke brachte dem Verein jedoch Verdruss, da Halbstarke und sonstige »Spätheimkehrer« diese zur nachtschlafenden Zeit so heftig läuteten, dass sich in ihrer Nachtruhe gestörte Anwohner beschwerten. Die Glocke musste abmontiert werden. »Später wurde der Abenteuerspielplatz peu à peu zurückgebaut, da das Holz morsch und die Instandhaltungen zu arbeits- und kostenintensiv waren«, berichtet Fritz Kwiatkowski (Vorsitzender von 2004 bis 2012) im Gespräch mit der Gießener Allgemeinen Zeitung.

Im Februar 1974 beschloss die Jahreshauptversammlung die Erstellung eines Blockhauses für die Jugendlichen in Trohe im Alter von 14 bis 17 Jahren. Das für die Zusammenkünfte der Jugend gedachte Gebäude wurde später zum Vereinsheim ausgebaut. Auch besaß der Verein schon im Jahre 1976 ein eigenes Zelt, das rege genutzt wurde.

In der Nacht vom Samstag, dem 11. April, auf Sonntag, den 12. April 1992, wurde das Blockhaus Opfer einer Brandstiftung. Der Brandstifter konnte nie ermittelt werden. Am 25. November des gleichen Jahres lag die Baugenehmigung für ein neu zu errichtendes Vereinsheim - nun in Massivbauweise - vor. Als am 15. November 1994 das Gebäude eingeweiht wurde, hatten die Vereinsmitglieder fast 3000 Arbeitsstunden für dessen Erstellung aufgewandt. 1981 wurde die Freizeitanlage um eine Grillhütte erweitert.

Weihnachtslichter bringen Ruhm

Als Trohe als die »Welthauptstadt der Weihnachtslichter« zu einigem Ruhm gelangte, trugen auch die Mitglieder des Kultur- und Dorfverschönerungsvereins tatkräftig zum Gelingen der mehrtägigen Veranstaltungen in fünf Adventszeiten bei.

Bereits Anfang des vergangenen Jahres lagen 32 Reservierungen der Anlage für 2020 vor. Die Mieteinnahmen fehlen nun in der Vereinskasse. »Dies ist umso schmerzlicher, da in 2019 nicht unerhebliche Kosten für den Austausch der Heizung anfielen«, erklärt die Vorsitzende Gabriele Jürgens.

Das gemütlich-rustikale Vereinsheim hält jetzt erst einmal einen langen Winterschlaf. Inwiefern und in welcher Form eine Jubiläumsfeier noch stattfinden kann, lässt sich derzeit nicht absehen. Dabei war man schon Anfang 2020 in die ersten Planungen eingestiegen: Osterfeuer, Oktoberfest mit Live-Musik, Glühweinfest und Schlachtfest.

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