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Der Solarpark Attenberg in Großen-Buseck. FOTO: HENSS

Ehrgeizige Ziele

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Buseck(siw). Zur Gründungsversammlung der Energiebürgergenossenschaft Sonnenland eG am 31. März 2010 hatte der Vorstand mit 20 Besuchern gerechnet. 30 Stühle wurden gestellt. 75 Gäste kamen. Davon waren 65 auf Anhieb vom vorgestellten Geschäftsmodell samt Businessplan überzeugt; noch am gleichen Abend zeichneten sie für jeweils 100 Euro eine Mitgliedschaft. Jetzt blickt die Genossenschaft auf ihr zehnjähriges Bestehen zurück.

Aus 65 Mitgliedern sind seitdem 614 geworden, das Eigenkapital ist von anfangs 6500 Euro auf 2,3 Millionen angewachsen. Der Plan: Die Gestaltung der Energiewende aus der Mitte der Bevölkerung heraus. Regionale Wertschöpfung von Anfang an, alle Erträge aus der Region für die Region und gleichberechtigte Mitbestimmung.

Gesamtvermögen bei 15 Mio. Euro

Der Plan ging auf: Die Sonnenland eG hat seither 47 fotovoltaische Dachanlagen unterschiedlicher Größen errichtet, drei eigene Solarparks gebaut und ist an drei weiteren Solarparks beteiligt. Neben der Genossenschaft selbst betreut die Sonnenland eG drei eigenständige Gesellschaften, überwacht eigene und fremde Anlagen, verwaltet ein Gesamtvermögen von rund 15 Millionen Euro. Damit erwirtschaftete sie bisher eine durchschnittliche Rendite von rund sechs Prozent. Die Gesamtnennleistung aller von ihr bislang betreuten und initiierten Anlagen beträgt 13,6 Megawatt.

Im November 2010 wurde die Sonnenland eG anlässlich des 1. Internationalen Fachkongresses zum Thema "kooperative Ökonomie" für ihr Konzept der Bürgerbeteiligung an kommunalen Energieprojekten ausgezeichnet. Der "Geno Portal Award" wurde verliehen vom Genossenschaftsverband in Kooperation mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund.

Viel wurde in den vergangenen zehn Jahren bewegt; weitere ehrgeizige Ziele stehen an. Zuletzt wurde der Solarpark in Alten-Buseck mit einer Gesamtbeteiligung von 260 000 Euro ausgeschrieben. 200 Interessenten hatten sich mit insgesamt 1,123 Millionen Euro beworben. Damit war das Projekt mit einem Faktor von 4,32 überzeichnet, deutlich mehr als bei der Ausschreibung des Solarparks in Oppenrod 2019. Wenn alles gut geht, will die Bürgerenergiegesellschaft 2021 auch eine Beteiligung an Windkraftanlagen anbieten.

"Es war uns allezeit eine Herzensangelegenheit und eine Riesenfreude", bekunden Uwe Kühn, Franz Borgmann und Dr. Thomas Buchkamp in einem Mitgliederschreiben zum Zehnjährigen. Der Vorstand bedankt sich bei den "Pionieren", die ihr Geld "in sinnvolle, nachhaltige Investitionen gesteckt und auf den Businessplan vertraut haben" sowie bei den Aufsichtsratsmitgliedern und Kooperationspartnern.

Gewürdigt wurden die Regionalbanken, die es durch ihre Fremdkapitalstellung ermöglicht hätten, viel mehr Anlagen zu bauen, als es die Sonnenland eG mit ihrem Eigenkapital allein hätte schaffen können. Das Finanzierungmodell sei nach wie vor ausgewogen, stabil und habe auch die Banken überzeugt, sagte Vorstandsvorsitzender Kühn.

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