Edeka kann erweitern

  • Jonas Wissner
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Buseck(jwr). Edeka kann sich am Standort Großen-Buseck erweitern und muss dafür Ausgleichsflächen pflegen. Die Gemeindevertreter stimmten mit großer Mehrheit für den Verkauf von knapp 50 000 Quadratmetern Fläche in kommunalem Besitz zum Preis von 633 000 Euro an das Unternehmen. Die Flächen im Bereich Riedstruth/Totenweg sind zu einem Teil für die Erweiterung gedacht (rund 8500 Quadratmeter), der Rest für Ausgleichsmaßnahmen. Eine Wegeparzelle auf der Fläche soll versetzt werden, aber im Besitz der Gemeinde bleiben. Auch der Ortsbeirat Großen-Buseck sowie die Ausschüsse hatten sich mit großer Mehrheit für den Verkauf ausgesprochen.

Willy Jost (SPD) freute sich im Parlament über "den Erhalt von 300 Arbeitsplätzen und einer ordentlichen Stange an Gewerbesteuer". Ursprünglich sei eine etwa dreimal so große Erweiterungsfläche im Gespräch gewesen. Laut Bürgermeister Dirk Haas (SPD) hat Edeka die Landschaftspflegevereinigung Gießen mit der Ausgleichsmaßnahme beauftragt. Geplant sei, dort ein Moor zu reaktivieren und den Ameisenbläuling, einen seltenen Schmetterling, anzusiedeln.

Sorge um Landwirtschaft

"Wir hoffen, dass Edeka die Fläche voranbringt", sagte Katharina Habenicht (Grüne). Obwohl sie froh sei, dass sich der Flächenverbrauch nun verringert habe, werde sie nicht zustimmen. Auch Dr. Dietmar Schmidt (Freie Wähler) äußerte Kritik und stimmte, anders als seine Fraktionskollegen, gegen das Geschäft. Als Landwirt könne er nicht zustimmen, weil hier landwirtschaftliche Fläche für den Ausgleich genutzt werde. "Wenn das so weitergeht, ist das Ende der Landwirtschaft in Buseck absehbar", sagte Schmidt. Bürgermeister Haas sieht im Verkauf der Fläche dagegen "keinen echten Verlust für die Landwirtschaft". Sie bleibe als Wiese bestehen, müsse allerdings im Zuge der ökologischen Maßnahmen regelmäßig gemäht werden.

Auch ein weiteres Bauprojekt stand auf der Tagesordnung: Auf dem Gelände eines früheren Sägewerks im Bereich Dörfelweg/Reiskirchener Straße will die Firma Nexus IB ein neues Wohngebiet entwickeln, bestehend aus 18 Wohneinheiten (fünf Einfamilienhäuser, zehn Doppelhaushälften, drei Reihenhäuser). Die Häuser sollen laut Vorlage zweigeschossig gebaut werden. Die Gemeindevertretung stimmte dem Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan nun einstimmig zu.

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