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Eine Klasse für sich: Der Riga-Projektchor gehörte zu den Publikumslieblingen.

Drei Publikumslieblinge in Oppenrod

Buseck (siw). Zu "Just-4-Fun", einem Chortreffen mit Leuten, Liedern, Lust und guter Laune, hatte der Gesangverein Sängerlust Oppenrod für Samstagabend in die Rahberghalle eingeladen. Auch bei der dritten Veranstaltung dieser Art wurde die gesamte Bandbreite der Chormusik dargeboten.

Der Chor "Takt" aus Gießen, "Songlines" aus Lich, der Riga-Projektchor aus Watzenborn-Steinberg, "Young Voices" aus Hattenrod und die Sängerlust-Formationen "Mikrolust" und "O-Ton" präsentierten ein durchweg anspruchsvolles Programm, das von dem fachkundigen und sehr aufmerksamen Publikum mit viel anerkennenden Applaus gewürdigt wurde.

Der Sängerlust-Vorsitzende Michael Blöcher begrüßte die Gäste und blieb gleich auf der Bühne stehen, um als einer von fünf Ausnahmesängern der "Mikrolust" Oppenrod""Love me tender" von Elvis Presley anzustimmen. Vor allem mit ihrer A-Cappella-Version von "Lass mich dein Badewasser schlürfen" und dem Mundartstück "Hannes häng de Waa dro" (Text: Dr. Martin Kauer) hätten die Oppenröder mit und unter Leitung von Matthias Schulze punkten können, doch sowohl "Mikrolust" wie später auch "O-Ton" sangen außer Konkurrenz.

Anders der Chor "Takt" aus Gießen (Leitung Peter Damm), der mit dem israelischen Traditional Shalom, einem Volkslied aus Mazedonien und dem Pink-Floyd-Hit "Brain Damage" richtig Punkte sammeln konnte. Musik kennt kein Verfallsdatum. Das bewiesen "Songlines" und "Takt" mit dem gemeinsam gerockten Song "I get around", mit dem die Beach Boys schon 1964 die Hitparaden gestürmt hatten.

Modern und traditionell

Mit moderner Chorliteratur und "Songlines" (dieser Chor aus Lich wird ebenfalls von Peter Damm geleitet) ging es locker-beschwingt mit "Lollipop", "Da do run run" und "Lean on me" weiter im Programm. Ein ganz anderes Genre bediente der Riga-Projektchor unter dem Dirigat von Werner Jung, der für Peter Schmitt eingesprungen war. Frenetischen Beifall erhielten die Männer für ihre Intonierung von "Maria lassu" von Bepi de Marzi, dem Spiritual "Little innocent lamb" und dem Trinklied von Felix Mendelsohn Bartholdy. Eine Klasse für sich!

Die Sängerinnen von "Young Voices" aus Hattenrod wagten sich mit Bonita Hyman "zu den Ufern" (Weltgebetstagslied von Gregor Linßen), erfreuten mit sicherer Vielstimmigkeit auch bei "Dona, Dona" und "Sholom" (Secunda) sowie bei "Heute hier, morgen dort" von Hannes Wader. Dann gingen die Lichter aus, Matthias Schulze griff in die Tasten des E-Pianos, und der Sängerlust-Chor "O-Ton" zog das indianische Abendlied "Evening rise" auf den Lippen langsam vom Saal-Ende mit Teelichtern in den Händen in Richtung Bühne. Nach dieser stimmungsvollen Einlage wurde es richtig hektisch bei Herbert Grönemeyer’s Parkplatzsuche "Mambo". Noch einmal war "Dona, Dona" zu hören, danach "The Clouds" von Cynthia Gray bis schließlich die Ausrichter mit "Thank you for the music" von ABBA den Konzertabend wunderbar abrundeten.

So unterschiedlich wie das Auftritts-Repertoire waren auch die Gruppierungen. Einen 20-köpfigen Männerchor und einen zehnköpfigen Frauenchor zu bewerten, heißt so viel, wie Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Auch wenn das Konzert keinen Wettstreit-Charakter hatte und lediglich "just for Fun" gesungen wurde, so war die Qual der Wahl, sprich Punktevergabe, sicherlich nicht ganz einfach. Das zeigte sich auch im Ergebnis: Mit jeweils sieben Punkten wurden gleich drei Chöre zum Publikumsliebling gewählt: "Takt", "Songlines" und der Riga-Projektchor. Die Sängerlust erwies sich wiederum als hervorragender Gastgeber und verwöhnte die Sängerinnen und Sänger und ihre mitgereisten Fans mit allerlei Leckereien.

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