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Die Scheckübergabe von (v. l.) Klimamanagerin Larissa Hildebrand und Bürgermeister Dirk Haas an die Eheleute Ulli und Ulla Eskens.

CO2-neutral durch Sommer und Winter

  • VonSiglinde Wagner
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Buseck (siw). Seit Jahrzehnten verbrauchen die Menschen weit mehr Ressourcen, als die Erde zur Verfügung stellen kann. Das ist hinreichend bekannt. Weniger bekannt sein dürfte jedoch, dass die Gemeindevertretung Buseck im Dezember 2020 eine Förderung für Stromspeicher beschlossen hat.

Bis zu einer Fördergrenze von zehn Kilowattstunden (kWh) bzw. 500 Euro erhalten die Nutznießer einen Förderbetrag von 50 Euro pro kWh. Ein formloser Antrag ist vor Ausführung der Maßnahme an den Fachdienst Umwelt und Energie der Gemeinde (umwelt@buseck.de) zu stellen. Er muss Angaben über den Standort des neuen Stromspeichers, seine Speicherkapazität und die Anschaffungskosten enthalten. Im Falle einer Förderbewilligung ist nach der Ausführung die Eintragung im Marktstammdatenregister nachzuweisen. Danach erfolgt die Auszahlung.

Einer der ersten Antragsteller war Dr. Ulli Eskens. Er verfügt seit Februar über einen Stromspeicher. Mit diesem kann er den selbst erzeugten Strom zwischenspeichern und zu einem späteren Zeitpunkt verwenden. Seine Energiequellen sind das 2012 angeschaffte Mini-Blockheizkraftwerk und die Fotovoltaikanlage.

Das von den Eheleuten Ulli und Ulla Eskens im Jahr 1982 erworbene Fachwerkhaus in der Schlossstraße 33 steht unter Denkmalschutz. Die Behörde legt Wert darauf, dass das Gesamtbild des Dorfkerns erhalten bleibt und die Solarmodule vom öffentlichen Raum aus nicht einsehbar sind. 20 Module befinden sich daher seit Oktober letzten Jahres auf der Rückseite des benachbarten Scheunengebäudes in Richtung Osten, lediglich vier Module wurden vom Hof aus sichtbar auf der südlichen Dachseite angebracht.

Fördertopf noch nicht leer

Bei einer Leistung von 7,8 kW Spitzenleistung (kWp) beläuft sich derzeit der tägliche Ertrag auf 20 bis 40 kWh. Ist der Speicher voll, dient der Überschuss der Warmwasserbereitung mittels elektrischem Heizstab. Darüber hinaus anfallender Überschussstrom wird ins Netz eingespeist. Da die Vergütung sehr gering ist, haben die beiden weitestgehend alle Geräte auf Akku-Betrieb umgestellt. Was ihnen noch fehlt, ist ein E-Auto. Im Winter beziehen die Eheleute Eskens Biogas über die Sonnenland eG und sind damit komplett CO2-neutral.

Zehn Anträge liegen der Gemeinde vor, davon wurden bereits vier bewilligt. Die Förderung erfolgt nur unter der Voraussetzung, dass noch ausreichend Haushaltsmittel zur Verfügung stehen. Das ist derzeit der Fall.

Der Förderzeitraum beschränkt sich auf realisierte Speicheranlagen im Kalenderjahr 2021. Die Antragsteller müssen Einwohner oder Gewerbetreibende der Gemeinde Buseck sein.

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