Christdemokraten monieren Intransparenz

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Buseck/Lollar/Staufenberg(pm). Die CDU-Fraktionen in Buseck, Lollar und Staufenberg sind irritiert über den Vorstoß der Bürgermeister Dirk Haas, Dr. Bernd Wieczorek und Peter Gefeller, die Bewirtschaftung der kommunalen Wälder künftig in Eigenverantwortung betreiben zu wollen. Dazu soll, so die Idee, die gesetzlich vorgesehene Zusammenarbeit mit dem Landesbetrieb Hessen Forst beendet werden. Ein Brief mit der Bitte um Beendigung der Kooperation zum Jahresende sei bereits an Hessen Forst geschickt worden, hatte Haas in einer Videositzung des Busecker Hauptausschusses informiert (die GAZ berichtete). Die betroffenen CDU-Verbände haben das Thema gemeinsam beraten und kritisieren "sowohl die Vorgehensweise, als auch die teils unrichtigen Argumente und Schlussfolgerungen der Bürgermeister", heißt es in der gemeinsamen Mitteilung.

Aus der Zeitung erfahren

Man beanstande, dass eine "so weitreichende Initiative ohne Abstimmung in den städtischen Gremien gestartet wurde". Dass man als Stadtverordneter davon aus der Tageszeitung erfahre, "ist gelinde gesagt keine vertrauensbildende Maßnahme für die Zusammenarbeit mit dem Parlament", kritisiert Dr. Jens-Christian Kraft (CDU Lollar). Es herrsche der Eindruck vor, dass "bereits Fakten geschaffen werden".

Die CDU Staufenberg moniert aus ihrer Sicht irreführende Aussagen der Bürgermeister. Fraktionsvorsitzender Wilfried Schmied: "Die Bürgermeister suggerieren mit ihren Gedankenspielen, dass Hessen Forst die gesamte Fläche auch künftig nur von einem Förster betreuen lassen werde. Dies ist falsch, die Landesbehörde ist gerade dabei, die vakante Stelle für die Revierleitung Salzböden nachzubesetzen." Der Staufenberger CDU-Vorsitzende Christian Knoll betont, Wald sei "mehr als nur eine Kostenstelle", diene nicht zuletzt auch der Naherholung. "Wir stehen aufgrund der anhaltenden Trockenheit der letzten Jahre vor gewaltigen Herausforderungen was die Struktur unserer Wälder angeht - fundierte waldbauliche Konzepte sind das Gebot der Stunde", so Knoll. Ob dies durch eine Selbstbeförsterung der drei Kommunen überhaupt geleistet werden könne, oder ob man "am Ende die fachliche Expertise wieder teuer einkaufen muss", gelte es verantwortungsvoll zu prüfen.

Moritz Mattern, Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbands Buseck, sagt: "Der genannte Betrag von über 130 000 Euro jährlich an Hessen Forst bezieht sich auf alle drei Kommunen und deckt neben der Beförsterung durch den Revierförster auch die Unterstützung durch die staatlichen Forstwirtschaftsmeister sowie sämtliche Dienste des Forstamts ab. Es ist zu klären, wie der Wegfall dieser Leistungen kompensiert werden soll." Zudem habe Hessen Forst die Beförsterungskosten für mindestens fünf Jahre eingefroren. Fraktionschef Frank Müller sieht weitere offene Fragen, auch hinsichtlich der Folgekosten. Die Bürgermeister müssten die Rahmenbedingungen "vollständig darstellen", zudem sei eine Ausschreibung nötig.

Die Aufgaben der Waldwirtschaft würden auch wegen des Klimawandels dramatisch steigen. Insofern müsse man diese Entscheidung umso sorgfältiger beraten.

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