+
Der Shantychor "Busecker Strandgut" - hier bei einem Auftritt in Lich - absolviert vor allem Benefizauftritte.

Busecks "Fisherman’s Friends"

  • schließen

Buseck (pad). Im Kino läuft derzeit "Fisherman’s Friends - Vom Kutter in die Charts". Der Film ist eine Hommage an den gleichnamigen Shanty-Chor aus Port Isaac in Cornwall, England. Wer echten Shanty-Gesang einmal live erleben möchte, muss dafür nicht erst nach Großbritannien reisen: Seit 1995 bringt der Shantychor "Busecker Strandgut" einen Hauch von Küste nach Mittelhessen.

Vor nun bald 25 Jahren traf sich eine kleine Gruppe von Männern, um gemeinsam Seemannslieder zu singen. Sie wollten eine kleine Auszeit vom Alltag, sich quasi einen Kurzurlaub an der Küste gönnen. Zunächst waren es alles ehemalige Klassenkameraden. Doch schnell sprach sich herum, was dort bei den Treffen gesungen wird. Immer wieder wollten neue Sänger mitmachen, und so wuchs die Gruppe stetig an. Dieter Hahn hatte schließlich die Idee für einen Namen für das Ensemble, das sich 1995 offiziell gründete: "Busecker Strandgut".

Bei den regelmäßigen Proben gibt es klare Regeln: Themen wie Politik, Religion und Berufsleben bleiben vor der Tür, nichts soll den Zusammenhalt stören. "Man ist einer untern vielen. Ein Gemeinschaftsgefühl, wie es auf einem Schiff ist", beschreibt es der Sprecher des Shantychors, Klaus Tuttas. Auf hoher See müssen sich die Fischer und Seefahrer aufeinander verlassen können. Dies spiegelt sich auch in ihren Liedern wieder. "Die Lieder tragen dieses Gemeinschaftsgefühl in sich", sagt Tuttas.

Einige Shantys sind schon Jahrhunderte alt. Teils sind die Texte deutsch, teils englisch. Klassiker wie "What shall we do with the drunken sailor" gehören ebenso zum Repertoire wie "Der Junge von Sankt Pauli" oder "Unter fremden Sternen". Auch der Tod spielt in den Shantys eine Rolle, beispielsweise im Lied "Auf einem Seemannsgrab". Begleitet wird der Gesang auf Akkordeon, Ukulele, Gitarre und Mundharmonika.

Obwohl die "Strandgut"-Sänger die meisten Shantys schon viele Male gesungen haben, nehmen sie die Proben stets ernst. "Wir sind dabei, uns ständig zu verüben. Das ist wie Tennis: Man muss üben, üben, üben", sagt Tuttas. Besonders für die Älteren ist dies stets ein Pflichttermin: Viele der Sänger sind in den 80ern, das älteste Crew-Mitglied ist 88. Das Singen wollen sie sich nicht nehmen lassen, ans Aufhören will hier keiner denken.

Dies könnte auch daran liegen, dass der "Strandgut"-Chor vor allem Benefizauftritte absolviert. Bei sozialen Anbietern und in Sozialstationen erklingen die Stimmen für den guten Zweck. Ein Höhepunkt ist für die 17 Musiker auch stets, wenn sie mit ihren Liedern einen Jubilar zum Geburtstag gratulieren können. Tuttas sagt: "Das Schönste ist für uns, wenn wir jemanden überraschen und eine Freude machen können."

*

Der Shantychor "Busecker Strandgut" tritt am 16. August um 16.30 Uhr bei der AWO Gießen im Tannenweg auf. Der Film "Fisherman’s Friends" läuft täglich im Kinocenter Gießen (bis Mittwoch immer um 17.30 Uhr, bis Dienstag zudem um 20 Uhr).

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare