Eckhard Körber hat rund drei Jahrzehnte sich um zahlreiche Bauprojekte in der Gemeinde Buseck gekümmert. FOTO: SIW
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Eckhard Körber hat rund drei Jahrzehnte sich um zahlreiche Bauprojekte in der Gemeinde Buseck gekümmert. FOTO: SIW

Busecks Baumeister geht

  • vonSiglinde Wagner
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Eckhard Körber hat Kindergärten und ein Kulturzentrum gebaut, das Hallenbad und die Brandsburg saniert. Seine Arbeiten sind überall in Buseck sichtbar. Nun geht der Leiter des Fachbereichs Bauen in Pension.

Ich kannte von Großen-Buseck nur die Hochhäuser und den Bahnhof. Als ich zum Vorstellungsgespräch in das Schloss eingeladen wurde, habe ich mich gefragt, wo ist denn da ein Schloss?", erzählt Eckhard Körber. "Beim Gang über die Brücke habe ich dann gedacht: Wow, das ist ja mal ein Arbeitsumfeld." Das ist fast 30 Jahre her. Der Gesprächstermin beim damaligen Bürgermeister Walter Kühn und einige Tage später die Vorstellung beim Gemeindevorstand verliefen positiv. Körber bekam ein Büro im Schloss, sogar mit Erker und Blick auf die Mammutbäume.

Doch nun ist es Zeit, "Adieu" zu sagen: Der langjährige Leiter des Fachbereichs Bauen geht nämlich in Pension. Noch vor Weihnachten wird Körber seinen Arbeitsplatz räumen. Danach wird Michael Thelen an seiner Stelle im Erkerzimmer Platz nehmen.

Sein 40-jähriges Dienstjubiläum als Beamter hatte Körber im Juni 2017 gefeiert. Zu seinem Abschied aus dem Berufsleben hatte der 66-Jährige kürzlich Kollegen und Geschäftsfreunde in das Bürgerhaus nach Oppenrod eingeladen. Mit dabei waren sein ehemaliger Dienstherr Erhard Reinl sowie Bürgermeister Dirk Haas.

"Ich war und bin ein Dorfkind", sagt Körber. In seinem Geburtsort Stangenrod hat er für sich und seine Familie eine alte Scheune und einen Stall zu einem schmucken Wohnhaus umgebaut. Privat war Körber gerne sportlich unterwegs: Früher Fußball (nach eigener Aussage "ohne großen Ruhm"), Bergsteigen mit einer tollen Seilschaft, Skifahren mit den "Ottos" und nun Radfahren. "Ein Traum wäre beim Ötzi eine 10", meint Körber. Bei seiner letzten Teilnahme am Oetztaler Radmarathon 2017 hat er elf Stunden gebraucht. Auch schon eine stramme Leistung! Viele Jahre war Körber in seinem Heimatverein SV Stangenrod aktiv und hat sich ehrenamtlich engagiert, zuletzt zwölf Jahre als Vorsitzender.

Zu Beginn seines beruflichen Werdegangs stand die Ausbildung zum Bauzeichner bei der Firma Gail in Gießen. Es folgten der Grundwehrdienst und ein Studium an der Fachhochschule Gießen zum Planenden Ingenieur. "Ein idealer Studiengang für meine spätere Tätigkeit. Es waren alle Fächer dabei, die ich als Kommunal-Baumeister brauchte", sagt Körber.

Nach Stationen bei der Bundesbahndirektion in Frankfurt und der Stadt Grünberg kam er zur Gemeindeverwaltung nach Buseck. Als Leuchtturmprojekte in Grünberg nennt er die Altstadtsanierung und das Freibad, indem er im Sommer noch immer gerne Gast ist. Sein Weggang aus Grünberg hatte einen Grund: Das Berufliche strahlte zu sehr in das Privatleben hinein. Den Wechsel nach Buseck nennt er "die beste Entscheidung" seines Berufslebens.

Hier habe er super Voraussetzungen für ein interessantes und abwechslungsreiches Arbeiten gefunden. "Wasser, Abwasser, Hochbauten, Sportstätten, Straßen- und sogar Bahngleisbau, Baulandentwicklung, Natur- und Umweltschutz, alles vereint in einer Organisationseinheit, die ich bis heute leiten durfte", erklärt Körber. In seiner Amtszeit wurden fünf Kindertagesstätten neu gebaut (spektakulär und viel diskutiert war die Georg-Diehl-Kita), das Hallenbad saniert ("eine Champions-League-Aufgabe"). Die Rahberghalle in Oppenrod und die Willy-Czech-Halle in Beuern befanden sich schon im Bau, es folgten der Neubau des Kulturzentrums in Großen-Buseck und die grundhafte Sanierung der Brandsburg in Alten-Buseck. Stets konnte er auf gut motivierte Mitarbeiter und ein breites Netzwerk zählen, sagt er. Mit ganz viel Dankbarkeit und schweren Herzens geht er nun von Bord.

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