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Ein Trost bleibt Jürgen Scheld: Das Zwillingkalb des getöteten Tiers ist wohlauf.

Bissspuren am Hals

Wolfsverdacht bei verendetem Kalb in Buseck: Todesursache steht fest

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Ein Kalb, Biss- und Fraßspuren am Hals, lag tot auf der Weide von Bauer Jürgen Scheld in Buseck. Scheld glaubt, dass es ein Wolf gewesen sein könnte. Nun liegen die Laborergebnisse vor.

Update, 22. Juli, 20 Uhr: Das zwei Tage junge Kalb, das auf einer Weide des Sonnenhofs in Buseck mit Bissspuren am Hals tot in einer Blutlache gefunden wurde, ist an einer Erkrankung gestorben. Dies hat Susanne Jokisch vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie bekanntgegeben, die an der Untersuchung des Kalbs beteiligt war. Todesursache war eine Lungenentzündung. Zur Erkrankung des Tiers machte Jokisch keine näheren Angaben. 

Eine genetische Untersuchung habe ergeben, dass das Kalb weder von einem Wolf, noch von einem Hund oder einem Goldschakal gebissen worden ist. Die Bissspuren am Hals des Kalbs stammen von Aasfressern, die sich an dem toten Tier offenkundig zu schaffen gemacht hatten. Dabei könnte es sich beispielsweise um Füchse, Dachse, Marder oder auch Waschbären handeln. 

Totes Kalb in Buseck: Wolf-Verdacht nicht abwegig

Jürgen Scheld, Landwirt des Bio-Bauernhofs, hatte anfangs auf einen Wolf vermutet. Diese Annahme sei keinesfalls abwegig, sagte Jokisch, die als hessische Wolfsbeauftragte fungiert. Wölfe seien in Hessen durchwandernde Tiere und nicht auf größere Waldgebiete angewiesen. "Theoretisch ist in Hessen überall mit einem Wolf zu rechnen." Im Landkreis Gießen wurde zuletzt im Mai 2017 in Biebertal ein Wolf nachgewiesen.

Erstmeldung, 22. Juli, 10 Uhr: Blut bedeckte das Gras. Auf der Weide am Wald zwischen Großen- und Alten-Buseck, wo die 80 Milchkühe des Sonnenhofs grasen, lag ein totes Kalb mit Bissspuren am Hals - offenkundig von einem fremden Tier gerissen. "Mein erster Gedanke war, dass das ein Wolf war", sagt Landwirt Jürgen Scheld. Auch vier Wochen nach dem Vorfall Ende Juni hält er diese Variante für möglich. Mit Spannung erwartet er nun in dieser Woche Ergebnisse von Mitarbeitern des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie, die das Kalb untersucht haben.

Der Schock saß tief. Die Tochter Schelds machte am Morgen des 24. Juni die schreckliche Entdeckung auf der Weide. Das Zwillingstier des getöteten Kalbs war zudem verschwunden. Beide Kälber waren erst zwei Tage zuvor geboren worden. "Ob es jetzt ein Wolf, ein Luchs oder Hunde waren, wird jetzt untersucht." Einen Fuchs schließe er aus, sagt Scheld. "Der wäre für das 35 Kilo schwere Kalb zu klein." So etwas habe er noch nie erlebt.

Kalb in Buseck von Wolf gerissen? Genetische Analysen sollen "Täter" überführen

Das tote Tier wurde nach Gießen in das Hessische Landeslabor gebracht. Dort werden unter anderem die Bissspuren analysiert, wie Pressesprecher Dr. Roy Ackmann erklärt. Außerdem werden genetische Analysen vorgenommen, darüber hinaus werde das Kalb auch toxikologisch untersucht.

Nach ersten genetischen Befunden sieht es offenbar nicht danach aus, dass ein Wolf oder ein Hund beteiligt waren - wenngleich der Bericht in dieser Woche abzuwarten ist. "Es ist auch möglich, dass das Kalb an einer Krankheit gestorben ist und dann post mortem von einem anderen Tier angefressen wurde", sagt Ackmann. Ein Hinweis auf diese Variante ist übrigens, dass ein Ohr des Kalbs angebissen wurde und der Schwanz fehlt - dass ein Aasfresser also Körperteile abgetrennt hat.

Kalb in Buseck von Wolf gerissen? Viel Blut verloren

In diesem Punkt allerdings widerspricht der Busecker Landwirt und verweist auf die riesige Blutlache beim Fund des Kalbs. "Ein totes Tier hätte nicht mehr so viel Blut verloren." Das Kalb sei außerdem bei bester Gesundheit gewesen.

Der Schock und die Befürchtung, dass die Milchkühe auf der Weide in Buseck weiterhin gefährdet sein könnten, wirkt nach. In einem Punkt aber kehrte schnell wieder Erleichterung ein: Das vermisste Zwillingskalb des getöteten Tiers haben die Schelds wieder gefunden. Es ist wohlauf.

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