Am Kiesacker in Alten-Buseck entsteht zurzeit der neue Sitz der Firma Hydroflex, der Einzug soll im Dezember folgen.	FOTO: JWR
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Am Kiesacker in Alten-Buseck entsteht zurzeit der neue Sitz der Firma Hydroflex, der Einzug soll im Dezember folgen.

Gewerbegebiet Flößerweg

Hygiene-Unternehmen siedelt sich in Buseck an: Hydroflex will „globale Expansion“

  • Jonas Wissner
    vonJonas Wissner
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Das Gladenbacher Unternehmen Hydroflex baut zurzeit eine Zentrale in Buseck, demnächst steht der Umzug an. Der Produzent von Hygieneprodukten für »Reinräume« will auch Arbeitsplätze schaffen.

  • Ein Unternehmen verlässt Gladenbach und siedelt sich in Buseck (Kreis Gießen) an.
  • Hydroflex baut sein neues Hauptquartier im Gewerbegebiet Flößerweg in Alten-Buseck.
  • Von Buseck aus wollen die Hygiene-Artikel-Profis global expandieren.

Buseck – Schutzbekleidung, Wischtücher, Reinigungswagen - auf solche Produkte für die Reinigung und Desinfektion von »Reinräumen« hat sich das in Gladenbach ansässige Unternehmen Hydroflex spezialisiert. Nun steht ein Wandel an: Seit September 2019 entsteht im Gewerbegebiet Flößerweg (Alten-Buseck) die neue Firmenzentrale, der Einzug ist für Dezember geplant.

Kreis Gießen: Hygiene-Unternehmen will „globale Expansion“ von Buseck aus steuern

Das neue »Headquarter« wird aus drei ineinander übergehenden Bauten bestehen: ein Bürogebäude, ein »Produktions- und Entwicklungsblock« und ein Lager. Laut Unternehmen ist die Grundfläche des neuen Standorts mehr als dreimal so groß wie bislang in Gladenbach.

Der Neubau solle auch dazu dienen, »die globale Expansion zu steuern« und die Firma »innovativ zu repräsentieren«. Was hat den Ausschlag für Buseck gegeben? Edward Becker, Co-Geschäftsführer von Hydroflex, verweist auf Anfrage auf die internationale Ausrichtung des Unternehmens. Die Lage des neuen Sitzes sei »optimal«, die Verkehrsanbindung, auch in Richtung Rhein-Main, ein wichtiger Faktor.

Buseck punktet mit guter Anbindung und „Ausblick ins Grüne“

»Am Ende fiel die Wahl auf Buseck, wegen der sehr guten Lage des Industriegebiets direkt am Gießener Ring, mit einem schnellen Zugang zu den Autobahnen 5 und 45 und der Nähe zur Stadt Gießen, in Verbindung mit der weitläufigen ländlichen Lage und einem weiten Ausblick ins Grüne«, so Becker weiter. In der neuen Firmenzentrale werden auch Labore und Reinräume entstehen, um Produkte zu entwickeln und zu testen. Geplant ist laut Becker auch die Montage von Reinigungsgeräten in Buseck.

Info: Steigender Bedarf wegen Corona

Aufgrund der Corona-Pandemie sind Hygieneprodukte seit einigen Monaten besonders gefragt. Das wirkt sich, zumindest indirekt, auch auf den Absatz von Hydroflex aus, wie Co-Geschäftsführer Edward Becker erläutert: »Da die Reinraumbranche schon so lange es sie gibt eine ›Maskenpflicht‹ hat und nach den höchsten hygienischen Standards arbeitet, hat Corona die Nachfrage nach Hygieneprodukten in diesen Märkten nicht unmittelbar steigen lassen.« Dennoch sei nun gerade die Pharmaindustrie gefragt, »wenn es um die Entwicklung und Produktion von Corona-Impfstoff in riesigem Ausmaß geht«. Becker weiter: »Das kurbelt die Produktion an und somit steigt schließlich auch der Bedarf nach Hygieneprodukten. Einen ersten Anstieg haben wir bereits wahrgenommen.«

Der Einfluss der Corona-Situation auf den Baufortschritt habe sich bislang in Grenzen gehalten: »Eine Herausforderung war, dass der Standort die unterschiedlichsten Disziplinen unter ein Dach bringen sollte«, erläutert Becker. »Angefangen von den Büro-Arbeitswelten über Konferenz- und Meetingbereiche, Test- und Entwicklungsräume, Montagelinien bis hin zu flexiblen Lagermöglichkeiten für Paletten, Kleinteile und Gefahrgut.«

Buseck ersetzt Standort Gladenbach – Arbeitsplätze sollen entstehen

Zwar betreibe man keine wissenschaftliche Forschung, doch es werde an Zukunftsfragen gearbeitet. »So beschäftigt sich Hydroflex beispielsweise mit der Fragestellung, wie ein Mopp-Recycling für die Pharmaindustrie in der Praxis aussehen könnte«, sagt Becker. Ziel sei, konkrete Lösungen für Industriekunden zu bieten und dabei den Einsatz von Ressourcen zu verringern. Laut dem Co-Geschäftsführer beschäftigt das 2009 gegründete Unternehmen in Deutschland 36 Mitarbeiter. Außerdem gibt es Niederlassungen in Korea und den USA für den Vertrieb in Asien beziehungsweise Nord- und Südamerika.

Sobald der Umzug nach Buseck vollzogen ist, soll der Standort Gladenbach aufgelöst werden. »Nach aktuellem Stand werden aber alle Mitarbeiter zum neuen Standort wechseln«, teilt Becker mit. In Buseck wolle man auch neue Arbeitsplätze schaffen - etwa 15 in den nächsten zwei bis drei Jahren. »Aufgrund der hohen Dynamik des Unternehmens« rechne man außerdem »mit einem stetigen Ausbau der Arbeitsplätze an diesem neuen Standort«. (jw)

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