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Die Bogenbrücke nahe der Großen-Busecker evangelischen Kirche ist aus Steinen gemauert. Da sie 1709 erstmals urkundlich erwähnt wurde, gilt sie als Kulturdenkmal. FOTO: SIW

Brücke hatte keine Widerlager

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Buseck(siw). Es war jede Menge Handarbeit notwendig, um das sogenannte Brückelchen in Großen-Buseck zu sanieren: Die steinerne Fußgängerbrücke, die nahe der evangelischen Kirche Großen-Buseck über die Wieseck führt, ist seit Kurzem wieder passierbar. Trotz einer teuren Überraschung blieben die Gesamtkosten hinter der ursprünglichen Schätzung zurück.

"Die Sanierung war schon ein Thema, als ich im Kreisausschuss und noch nicht im Amt des Bürgermeisters war", blickte Dirk Haas bei einem Ortstermin zurück. Die jahrelange Verzögerung in der Umsetzung habe letztlich der Gemeinde viel Geld gespart, denn nun fiel die Maßnahme in das Förderprogramm "Stadtumbau Hessen". Im Herbst 2018 wurden die dafür beantragten 120 000 Euro bewilligt, die Schätzung zu Beginn der Baumaßnahme Mitte Oktober belief sich auf 110 000 Euro. Nach Abschluss der Arbeiten reduzieren sich die veranschlagten Kosten auf rund 100 000 Euro. Die Förderquote beträgt - wie bei den meisten Stadtumbauprojekten - etwa zwei Drittel.

Mauersteine durchnummeriert

Normalerweise hat jede gesunde Brücke zwei Widerlager. "Zu unserer Überraschung war keines beim Brückelchen existent", erklärte Bauamtsleiter Michael Thelen. "Da musste einiges an Material eingebaut werden." Dafür durften keine modernen Baustoffe verwendet werden. "Auch das, was man nicht sieht, ist denkmalgerecht zu verbauen," erläuterte Thelen. Er lobte die gute Zusammenarbeit mit der Denkmalschutzbehörde.

Wegen der städtebaulichen und geschichtlichen Bedeutung - erstmals wurde sie 1709 erwähnt - handelt es sich bei der Brücke um ein Kulturdenkmal. Um den ursprünglichen Zustand wiederherstellen zu können, mussten die Mauersteine beim Abbau durchnummeriert werden.

"Die bogig geführte Brücke ist trotz des Kopfsteinpflasters auch für Gehbehinderte gut zu laufen", betonte Bürgermeister Dirk Haas. Dass die Sanierung innerhalb von nur acht Wochen abgeschlossen werden konnte, sei nicht zuletzt den günstigen Wetterbedingungen geschuldet, sagte Karl-Jörg Seelbach, Geschäftsführer der SiB Ingenieur-Gesellschaft in Ober-Mörlen.

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