Die "Red Bananas Blues Band" zog mit ihrer Musik viele Besucher in den Park. FOTO: SIW
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Die "Red Bananas Blues Band" zog mit ihrer Musik viele Besucher in den Park. FOTO: SIW

Den Blues im Blut

  • vonSiglinde Wagner
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Inzwischen wird zwar wieder regelmäßig geprobt, aber die Auftritte der Red Bananas Blues Band (RBBB) in Musikkneipen oder bei "Blues, Schmus und Apfelmus" im Laubacher Schlosspark sind abgesagt. Die Vorfreude auf das Konzert im Schlosspark in Großen-Buseck war daher umso größer

Die Musiker Bob Barone (Vocals, Percussion), Manfred Herr (Gitarre), Fred Hahn (Bass), Peter Alisch (Drums) und Andreas Gräfe (Harp) waren begeistert. "Mit so vielen Besuchern haben wir wirklich nicht gerechnet", staunte Hahn. Über 160 dürften es gewesen sein, darunter viele auswärtige Fans der Band. Die Combo hat sich in 26 Jahren Musikgeschichte überregional und höchst verdient eine große Anhängerschaft erworben. Ihre mitreißende Musik, eine Mischung aus Blues, Rock und Funk, animierte ein offensichtlich fachkundiges Publikum immer wieder zu Zwischenapplaus. Etwa drei Viertel des Repertoires bestritt RBBB mit groovigen Eigenkompositionen.

Schon nach den ersten beiden Songs "Wetzlar Stairway Blues" und dem "Rock’n’Roll Man" war unverkennbar: Die "alten Hasen" haben den Blues im Blut. Barone, immer für eine Überraschung gut, verpasst den Cover-Songs gerne mal einen neuen Text oder eine zusätzliche Strophe. Mit dem Klassiker "It’s All Over Now", der einst den "Rolling Stones" den Durchbruch verschafft hat, sagten die spielfreudigen Musiker "Tschüss".

Bürgermeister Dirk Haas berichtete, dass er als AEM-Chef vor 24 Jahren mit der Band, damals in anderer Besetzung, auf einer Konzertreise in Nepal war. Damit war die Frage, wie der Kontakt zustande kam, beantwortet.

Viel mehr als nur ein Auftritt

Instrumente und Beschallungstechnik in die Fahrzeuge einladen, ausladen, aufbauen, Sound-Check, abbauen, einladen und wieder in den Probenraum schaffen, dass gehört für die Musiker zu einem Auftritt dazu und ist fast so schweißtreibend wie so mancher Gig. Und was ist sonst noch zu tun? Natürlich ein Konzertplan erstellen. Damit beginnt Meike Deibel von der Gemeinde Buseck schon im Herbst. Bei den vorliegenden Bewerbern fragt sie die Wunschtermine ab, versucht Lücken zu füllen, klärt, ob eigene Beschallungsanlagen vorhanden sind. Finden zeitgleich andere Veranstaltungen im Saal statt, ist pünktlich um 19.30 Uhr Schluss.

Die Akteure kümmern sich selbst um die Werbung. Flyer werden gedruckt, Termine auf der Homepage der Gemeinde und im Amtlichen Bekanntmachungsblatt veröffentlicht. Der Hausmeister des Kulturzentrums und die Pächterin des Schlosspark-Restaurants müssen informiert werden. Hausmeister Enrico Goldschmidt ist für Strom und Technik sowie das Aufstellen der Stühle und der großen Sonnenschirme zuständig. Er lobt die Hilfsbereitschaft der Besucher, die nach den Konzerten unaufgefordert - und dies selbst bei einsetzendem Regen - die Stühle stapeln und die Kissen in die Boxen legen.

Für die Gastronomie bedeutet die Musikreihe eine große Herausforderung. "Kommen 250 oder nur 50 Besucher, das ist genauso wenig einzuschätzen wie das Wetter", sagt die Pächterin Izeta Savanovic. Da die Konzerte zur besten Abendessenszeit stattfinden, sind meist Biergarten und Park gleichzeitig gut besucht. Die Verpflichtung von zusätzlichem Personal für nur ein oder zwei Stunden ist so gut wie unmöglich. "Zum Glück zeigen die meisten Besucher Verständnis dafür, wenn sie auf ein Getränk einmal länger warten müssen."

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