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Die ausgezeichneten ehemaligen Innungs-Obermeister (v. l.) Hans-Joachim Beranek, Michael Berkowski und Klaus Freitag. Foto: sel

Den Betrieben fehlen Fachkräfte

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Buseck(sel). 21 Innungen sind unter dem Dach der Kreishandwerkerschaft Gießen zusammengefasst. Fast 1000 Betriebe gehören diesen Innungen in Stadt und Kreis Gießen an. Erstmals bei der Zusammenkunft im Kulturzentrum Großen-Buseck stand der im Frühjahr als Nachfolger des langjährigen Amtsinhabers Walter Kwartnik (Kesselbach) neu gewählte Kreishandwerksmeister Kay-Achim Becker (Beuern) einer Obermeistertagung als dem obersten Entscheidungsgremium der Kreishandwerkerschaft Gießen vor, in der die einzelnen Gewerke durch ihre Obermeister, deren Stellvertreter sowie Ehrenobermeister vertreten sind. Mit dabei war erstmals auch der neue Präsident der Handwerkskammer Wiesbaden, Stefan Füll.

Becker sagte, dem Handwerk in der Region gehe es im neunten Jahr in Folge gut, denn 90 Prozent der Handwerksbetrieb bezeichneten ihre Geschäftslage im dritten Quartal 2019 als gut oder zumindest als befriedigend. Leicht sinkende Auftragseingänge deuten laut Becker allerdings an, dass die Handwerkskonjunktur den "sehr dynamischen Wachstumspfad der letzten Quartale verlässt". So sei die Stimmungslage im Vergleich zum großen Optimismus der Vorjahre derzeit etwas verhaltener.

Der Kunde und Auftraggeber müsse angesichts von bis zu mehreren Monaten Wartezeit auf einen Handwerker - und das nicht nur im Bau- und Baunebengewerbe - Geduld aufbringen, was auch mit fehlenden Fachkräften in den Betrieben zu tun habe. "Und hinsichtlich der Gewinnung von Fach- und Nachwuchskräften ist auch in absehbarer Zeit kaum Entlastung zu erwarten", fürchtet der Kreishandwerksmeister, der zugleich auch Obermeister der Innung des Baugewerbes ist. Die Zahl der offenen Stellen und nicht besetzten Ausbildungsplätze bleiben im Handwerk demzufolge hoch: "Frei bleibende Ausbildungsplätze beschreiben ein großes Problem - und die Bekämpfung des Lehrlingsmangels ist ein zentrales Thema für das Handwerk", sagte Becker, der zudem auf die Digitalisierung als besondere Herausforderung und Chance auch im Handwerk verwies.

Kreishandwerksmeister Becker und Hauptgeschäftsführer Björn Hendrischke zeichneten mit Hans-Joachim Beranek (Bad Nauheim, Kfz-Innung), Michael Berkowski (Kleinlinden, SHK-Innung) und Klaus Freitag (Gießen, Bau-Innung) drei ehemalige Innungsobermeister für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement mit der silbernen Ehrennadel der Kreishandwerkerschaften in Deutschland aus.

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