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Die Fällung von rund 20 Bäumen in Trohe sorgt für Kritik.

Rund 20 Fichten gefällt

»Baumfrevel« in Buseck-Trohe?: Bürgermeister widerspricht und erklärt Hintergrund

  • Jonas Wissner
    VonJonas Wissner
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In einem anonymen Schreiben kritisiert ein Leser die Fällung von Bäumen an einem Fußweg in Trohe und wettert gegen Bürgermeister Dirk Haas. Der Verwaltungschef widerspricht den Vorwürfen.

Es ist ein sensibles Thema: Wo Bäume gefällt werden und die Notwendigkeit dafür sich nicht auf Anhieb erschließt, wird schnell Kritik laut. Dies zeigt nun einmal mehr ein Fall in Trohe.

Kürzlich erreichte ein anonymes Schreiben die Redaktion, verfasst von einem »verzweifelten Bürger«. Dieser schreibt, er habe Anfang Februar beobachtet, dass an dem kurzen Fußweg zwischen Potsdamer Straße und Erlenweg am Ortsrand etliche Bäume gerade gefällt wurden. Weiter heißt es in dem Schreiben: »Auf Nachfrage habe ich die Auskunft erhalten, dass die Bäume gefällt werden müssen, weil hier eine Durchgangsstraße gebaut wird.« Schließlich habe er beim Bauamt angerufen und die Auskunft erhalten, »dass der Fußweg bleibt und die Bäume nicht hätten entfernt werden müssen«. Demnach hätte es gereicht, sie zurückzuschneiden.

Die Schlussfolgerung des anonymen Schreibers: Offensichtlich habe der Bürgermeister die Fällung »direkt angeordnet«. Die Reste der »willkürlich gefällten Bäume« seien dann am Ostersamstag abgebrannt worden. Der Schreiber fragt: »Wie kann es sein, dass hier über 20 gesunde Bäume völlig unnötig gefällt werden?« Der Anblick der Baumstümpfe sei »eine Schande«.

Haas: Keine Fällung angeordnet

Bürgermeister Dirk Haas liegt das anonyme Schreiben ebenfalls vor. Er widerspricht den darin geäußerten Vorwürfen: »Die Gemeinde hat die Fällung nicht angeordnet, ich selbst schon gar nicht«, sagt er auf Anfrage. Die gefällten Fichten hätten sich auf Privatgrund befunden, ein Vorbesitzer des Grundstücks habe sie einst sehr eng an den daneben verlaufenden Fuß- und Radweg gepflanzt. »Grundsätzlich gehören diese Bäume da nicht hin«, äußert sich der Bürgermeister. Durch das Wurzelwerk der Flachwurzler werde der Weg in Mitleidenschaft gezogen.

Die Gemeinde habe den aktuellen Grundstücksbesitzer aber lediglich aufgefordert, die Bäume zurückzuschneiden. Hintergrund, so Haas, seien vor allem die anstehenden Maßnahmen zum Endausbau der Berliner Straße: Übergangsweise werde der Fußweg voraussichtlich für einige Tage als Pkw-Zufahrt zur Potsdamer Straße freigegeben.

Das Fällen der Bäume sei eine Entscheidung des Eigentümers gewesen, betont Haas. Gleichwohl sieht er an dieser Stelle »«ökologisch keinen so großen Verlust«. Aus seiner Sicht gebe es an dem Vorgehen nichts zu bemängeln. »Mir ist nicht bekannt, dass da etwas schief gelaufen wäre«, so der Bürgermeister.

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