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In Lang-Göns ist man schon auf dem Weg; in Alten-Buseck kann es auch so werden: Die Flüchtlingsunterkunft wird zum Schulhaus. ARCHIVFOTO: EST

Bald büffeln auf dem Bolzplatz?

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Der Landkreis Gießen muss recht zügig einen Weg finden, um die Beschulung der Grundschulkinder aus Alten-Buseck sicherzustellen. Also wird der Kreis mit der Gemeinde Buseck über den Ankauf des nicht mehr genutzten Bolzplatzes verhandeln, um dort einen Erweiterungsbau für die aus allen Nähten platzende Hofburgschule zu schaffen.

Wenn der Kreis als Schulträger nahe der Hofburgschule eine Erweiterung schaffen will, dann ist es naheliegend, eine Flüchtlingsunterkunft umzusetzen, da diese Lösung günstiger ist als ein Neubau. Ein solches Gebäude hat eine Grundfläche von rund 400 Quadratmetern und bietet genügend Platz für sechs Klassenräume oder eine entsprechend andere Nutzung (Differenzierung, Betreuung), erläutert Schuldezernentin Dr. Chistiane Schmahl. Solche Lösungen wurden und werden derzeit auch andernorts gefunden und funktionieren gut. Werden die Holzbauten den Bedürfnissen für Schulunterricht angepasst und entsprechend ertüchtigt, dann können sie gut und gerne mehr als 20 Jahre genutzt werden, sagt Schmahl.

Was wäre die Alternative? Der Unterricht von Alten-Busecker Kindern an anderen Schulen in Nachbardörfern, in denen vielleicht noch Klassenräume frei sind? Das möchte man beim Kreis vermeiden. "Ein Shuttle zu einer anderen Schule, in der es noch freie Kapazitäten gibt, wäre die letzte aller Möglichkeiten", sagt Schmahl.

Warum wird jetzt dieser Weg beschritten? Weil die Zeit drängt. Denn die Busecker Gemeindevertreter haben am Donnerstag entschieden, dass mehrere Flächen für de n Bau einer neuen Kita in Alten-Buseck geprüft werden sollen, womöglich auch eine Verbundlösung von Kita und Grundschule; eine sogenannte "Grundschul-Kita". Dies jedoch nicht auf dem Bolzplatz an der Pestalozzistraße.

Doch der Kreis braucht eine eher zeitnahe Lösung, um Schulraum zu schaffen. Da hilft der in Buseck beschlossene Weg einer vertiefenden Prüfung und Standortsuche für eine Grundschul-Kita dem Kreis als Schulträger nicht unbedingt bis zum Jahr 2023 weiter. Jedenfalls dann nicht, wenn diese Prüfungen und Überlegungen voraussichtlich einen beträchtlichen Zeitraum in Anspruch nehmen. Von dem folgenden Zeitfenster einer baulichen Umsetzung ganz zu schweigen.

Insofern zeigt sich Schuldezernentin Schmahl froh, dass in Buseck eine Entscheidung gefallen ist, die sie wiederum handlungsfähig macht. Der weitergehenden Untersuchung der Gemeinde in Kooperation mit dem Kreis für eine "Grundschul-Kita" werde man sich nicht verweigern, sagt die Dezernentin.

Aber: "Wir werden jetzt über den Ankauf des Bolzplatzes nahe der Grundschule an der Pestalozzistraße mit der Gemeinde Buseck verhandeln". Denn der Bedarf an Klassenräumen wird auf wenigstens neun steigen, zudem braucht es mehr Raum für die Betreuung. Von Fachräumen ganz zu schweigen. Schon heute wird an der Hofburgschule in der Mensa unterrichtet.

Ein kompletter Schulneubau hat für Schmahl keine Priorität, auch wenn der von dem einen oder anderen vielleicht gewünscht werde. Aber der Zustand der bestehenden Hofburgschule wird nicht als schlecht erachtet. Und darüber hinaus fehlt dem Kreis für eine neue Schule in den kommenden Jahren das Geld.

Die Schuldezernentin setzt jetzt auf eine zeitnahe Grundstücksverhandlung mit der Gemeinde. Der Kreis werde dann dort ohne weitere Beteiligung der Gemeinde den nötigen Schulraum errichten. Ein Anpachten des Bolzplatzes war für den Kreis keine Option. Denn Neubauten entstehen normalerweise nur auf Grund und Boden, der dem Kreis gehört.

Schuldezernentin Schmahl weiß aber auch um die Fragestellungen, die sich um den Standort an der Pestalozzistraße auftun. Da ist zum einen die Verkehrssituation zu klären und zum anderen der Dialog mit den Anwohnern zu suchen. Denn bei denen gibt es Bedenken wegen einer womöglich weiter wachsenden Zahl an "Elterntaxis". Schmahl sagte auf Anfrage: "Wir werden alle Optionen prüfen. Und mit Nachbarn sprechen."

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