Ausschuss für Lärmgutachten

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Buseck(con). Bei der geplanten Erweiterung der Wiesecker Werkzeugvermietung in Alten-Buseck kollidieren zwei Sichtweisen: Die der Firma, die ihre Zukunft vor Ort in Gefahr sieht, sollte sie keine ausreichenden Erweiterungsflächen erhalten und die der direkt betroffenen Anwohner, die in Zukunft eine deutlich schlechtere Lebensqualität erwarten. Am Dienstag setzte sich auch der Busecker Bauausschuss mit dem Thema auseinander und gab schließlich eine Empfehlung an die Gemeindevertretung, dem Aufstellungsbeschluss zuzustimmen. Acht der neun Ausschussmitglieder stimmten für den Beschluss, es gab nur eine Enthaltung der Fraktion der Grünen. Der Ortsbeirat hatte in der vergangenen Woche den Beschluss einstimmig abgelehnt.

Kein Vorkaufsrecht

Das heißt aber nicht, dass die Erweiterung kommen wird: "Wir brauchen hier etwas mehr Futter", erklärte Immo Zillinger von den Freien Wählern. "Die Ängste der Bürger sind berechtigt. Aber hier geht es erst einmal nur um einen Aufstellungsbeschluss und die Beteiligung der Öffentlichkeit". Nun sollte seiner Meinung nach geklärt werden, was genau wohin kommen soll. Zudem sollten ein Luft- und ein Lärmgutachten erstellt werden, um eine eventuelle Mehrbelastung für die Anwohner zu klären.

"Wir haben hier die Entscheidung vor uns, ob wir den Betrieb halten oder dieser irgendwann weggeht", erklärte Willy Jost (SPD). Denn immerhin ist die Wiesecker Werkzeugvermietung über die Gewerbesteuer eine nicht unerhebliche Einnahmequelle der Gemeinde. Jost sieht die Zumutbarkeit des Baus durch die zusätzlich eingeplante Begrünung als gegeben, doch sollte über einen Schallschutz für die nördlich angrenzende Wohnbebauung nachgedacht werden.

Die Wiesecker Werkzeugvertretung plant den Neubau von Lagerhallen und einem Bürogebäude. Diese sollen als geschlossene Einheit südlich der bestehenden Wohnbebauung entstehen. Die Anwohner sprechen von einer "geschlossenen Mauer" von 144 Meter Länge. Die Höhe der Gebäude variiert zwischen 6,90 und 11 Metern.

Eine der Fragen der Bürgerinitiative wurde beantwortet: Mitglieder wollten wissen, ob die Gemeinde nicht von ihrem Vorkaufsrecht hätte Gebrauch machen können, um den Erwerb der für die Erweiterung notwendigen Flächen durch die Firma zu verhindern. "Die Gemeinde hat hier kein Vorkaufsrecht", erklärte der Bürgermeister. Den Gemeinden sei als Teil des Bodenrechts ein Vorkaufsrecht eingeräumt worden, das nur unter bestimmten Voraussetzungen wahrgenommen werden kann, wenn das Wohl der Allgemeinheit dies rechtfertige. Das sei hier allerdings nicht der Fall.

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