ik_Pfarrer_150921_4c_1
+
Pfarrer Jonas Adam zelebriert die Heilige Messe.

»Auch hier kann man Kirche sein«

  • VonSiglinde Wagner
    schließen

Buseck (siw). Der Gottesdienst zur Verabschiedung von Pfarrer Jonas Adam fand mit rund 200 Gläubigen der katholischen Pfarrgemeinde Sankt Marien im Schlosspark statt. An der Gestaltung der Messe und dem überaus amüsanten zweistündigen Programm beim anschließenden Empfang im Kulturzentrum waren Menschen aus allen Gremien der Pfarrei beteiligt.

»Ich bin mit dem Klischee aufgewachsen, Oberhessen sei ein trostloses Land«, sagte Adam. Mit seinem Lebenszeugnis der letzten zwölf Jahre, vor Buseck zwei Jahre Grünberg, könne er dem entgegenhalten: »Es ist wirklich schön hier.« Und: »Auch hier kann man Kirche sein, genauso gut wie in Mainz.« Den Weg zu diesen Aussagen ebnete der Pfarrer mit Auszügen aus den komischen und respektlosen Reiseberichten von Mark Twain ins Heilige Land (Palästina). Die Urfassung von »Unterwegs mit den Arglosen« hatte Adam im Urlaub gelesen.

Humorvolle Beiträge

Die Schola (Leitung Renate Schygulla) und einige Sängerinnen des katholischen Kirchenchors (Romana Wilmsmann) stimmten Lieder an, die Kleinen der Kindertagesstätte »Sankt Elisabeth« fragten musikalisch »Hast du heute schon Danke gesagt«.

Danke sagten die Akteure auf der Bühne des Kulturzentrums in lustigen, eben typisch Sankt-Marien-mäßigen Beiträgen, dazu überreichten sie Geschenke. Instrumental unterhielt das Klarinetten-Trio »Wieseck-Forellen«, die Gesangsbeiträge von Schola, Chor und Männerstammtisch waren textlich auf das Geschehen in der Pfarrei und den »Lauterbacher Strolch« umgeschrieben: Adam geht als Vikar nach Lauterbach.

Daria Wieczorek, Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, dankte für die »positive, man kann sagen, geräuschlose Zusammenarbeit«. Erika Theimer (Vorsitzende des Chors) sagte Danke für die »große Freiheit an Liedgut«. Viel Erfolg beim »Menschenfischen« in Lauterbach wünschte Ulli Eskens, was Moderator Richard Kunkel zum Appell »Wir sollten alle einen Angelschein machen« veranlasste. Regina Knecht (Bücherei und Schola) überreichte »111 x liebenswertes Lauterbach«, Bürgermeister Dirk Haas eine Buseck-Kolter (»im Vogelsberg ist es kälter«). An Adam gerichtet sagte er: »Bleiben Sie, wie Sie sind. Das tut den Menschen gut.«

Dekan Hans-Joachim Wahl hob hervor, dass Adam der einzige Pfarrer im Dekanat sei, der eine Kita verwalte. Außerdem habe er sich vorbildlich für die spanische Gemeinde eingesetzt.

Alexander Zippel, Ehrenpräsident des katholischen Fastnachtsclubs, überreichte eine Frohsinns-Tasche nicht nur für Konfetti, sein Vater Johannes (Magistrat der Stadt Gießen) vertrat den Gießener Ortsteil Rödgen, »der unbedingt in der Pfarrei von Buseck und Reiskirchen bleiben wollte«. Dagmar Reinl und Hannelore Wiench (Frauengemeinschaft) hatten Nervennahrung für den Umzug im Gepäck.

Humorvoll zählte Diakon Rudolf Montermann die Unterschiede zwischen Pfarrer Adam und ihm auf: »Ich bin groß, er ist klein. Ich bin schlank - und er hat eine Haushälterin. Ich bin Schmalspur-Theologe, und er ist Vollprofi.«

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare