Genügsam und anspruchslos sind die Schafe, die von Schülern der IGS betreut werden. FOTO: PAD
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Genügsam und anspruchslos sind die Schafe, die von Schülern der IGS betreut werden. FOTO: PAD

Auf Anna folgte Bella

  • vonSiglinde Wagner
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Buseck(siw). Angefangen hat es mit Anna, weiter ging es mit Bella. Dem Alphabet folgend bekamen die Schafe ihre Namen. Nach der Etablierung einer Schulgarten-AG vor 40 Jahren wurde 1988 an der IGS Busecker Tal eine Schafs-AG gegründet. Die Lehrer und Freunde Klaus Steup, Manfred Gaul und Rainer Röming hatten schon einige Zeit darüber sinniert, wie man die Hausmeister entlasten und Schafe als "Rasenmäher" auf dem weitläufigen Gelände (16 000 Quadratmeter) einsetzen könnte. Im Mai 1988 wurde Steup mit verbundenen Augen von den beiden Freunden zu seinem Geburtstagsgeschenk geführt. "Oje, ein Schaf! Da hatten mich die beiden vor vollendete Tatsachen gestellt. Ich muss zugeben, damals war ich alles andere als froh darüber", sagt Steup.

Mit einem Schaf allein kann man nicht arbeiten, da muss ein zweites her. "Schafe sollten auch trächtig werden, sonst ist das keine artgerechte Haltung. Darum haben wir uns zum Decken einen Bock ausgeliehen", erzählt Steup. So wurde nach und nach eine ganze Herde daraus.

Irgendwann kam der Zeitpunkt, wo das hochsensible Thema "Schlachten" nicht mehr zu umgehen war. Veterinärmediziner Dr. UIi Eskens, der schon zuvor das Projekt begleitet hatte, führte mit den Schülern intensive Gespräche. Schließlich konnte er sie überzeugen, dass Schlachten human und notwendig ist. Die Schüler sahen ein, dass Fleischesser das Schlachten akzeptieren müssen. "Ganz anders einige Mütter, die damals böse Briefe schrieben", erinnert sich Steup. Die Schafe wurden bis zuletzt gestreichelt, wer wollte, konnte beim Schlachten zuschauen. Das Fleisch wurde portioniert und verkauft, mit dem Erlös Weidezäune und Futter erworben.

Auch ein Pfau fühlte sich wohl

Einige Gänse, 30 Hühner und ein Prachtexemplar von Pfau mit seiner Frau fühlten sich auf dem IGS-Gelände ebenfalls pudelwohl. Geblieben sind die Schafe. Betreut wird die Schafs-AG seit etlichen Jahren von Lehrer Michael Schlüter. Gehalten werden derzeit bretonische Zwergschafe (Quessantenschafe). Sie sind anspruchslos und eignen sich als ökologische Rasenmäher. Die Schüler der AG füttern, misten den Stall aus, überprüfen den Zaun, setzen den Elektrozaun um und bringen trockenes Brot von zu Hause mit. Die Übernahme von Wochenend- und Feriendiensten gehört dazu.

Andreas Hess, seit 1997 Hausmeister an der IGS, kümmert sich in der Freizeit um die Schafe der Gesamtschule. Er zeigt den Kindern, wie man entwurmt, Wolle schert und Klauen schneidet.

Hess ist mit Schafen aufgewachsen und hat eine Herde von seinem Vater übernommen. Vater Hess kam vor 45 Jahren unerwartet zu diesem Hobby. Ein Lämmchen, das die Muttermilch nicht angenommen hatte, sollte am Abend den Hunden verfüttert werden. Das hat er verhindert und das Lamm mit der Flasche großgezogen.

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