Alten-Buseck: "Made in Germany" hält was es verspricht

Buseck (siw). Mit einer ausverkauften Harbig-Narhalla und einem Spitzenprogramm wurde der Carneval-Verein Alten-Buseck (CVA) dem diesjährigen Motto "Zum CVA do gidd mer hie, alles made in Germany" voll gerecht: Das Qualitätssiegel hielt was es verspricht. Besonders beeindruckend waren einmal mehr die Tanzdarbietungen.

Die 36. Prunksitzung stieg, dennoch feierte der Verein mit dem 33-jährigen Bestehen ein echtes närrisches Jubiläum. Der Grund dafür: Die ersten Sitzungen wurden von einer Vereinsgemeinschaft ausgerichtet. Ralf Badeck ist seit närrischen elf Jahren Sitzungspräsident, macht aber jedes Jahr auch beim Showtanz der "Maxims" und im Männerballett eine gute Figur.

Zum "Doppel-Jubiläum" gratulierte Bürgermeister Erhard Reinl und dankte für die Fröhlichkeit, die der Verein allen Bürgern Busecks und vielen Menschen über die Grenzen der Gemeinde hinaus geschenkt hat. So würdigte der Bürgermeister auch die "beispielhafte Jugendarbeit". In der Talentschmiede werden derzeit 42 Mädchen und Jungen von Angela Müller und Katrin Seuling auf ihre Auftritte vorbereitet. Für ihre Darbietung in farbenprächtigen Kostümen als Zwerge und Cinderellas wurden die Minis mit der ersten Rakete des Abends belohnt.

Zuvor hatten das Gießener Prinzenpaar Michael III. und Rosa I. samt Gefolge und Ari dem Alten-Busecker Narrenvolk ihre Aufwartung gemacht. Die konditionsstarke Ari absolvierte den sechsten Auftritt von elf an diesem Samstag. Später sagte sich noch einmal hochherrschaftlicher Besuch an: Prinz Ingo I. und ihre Lieblichkeit Alexandra I. vom Carnevalsclub Ruttershausen (CCR) mit Gefolge und Garde. Auch der Karnevalverein Großen-Buseck (KV) hatte seine Garde als Gastgeschenk mitgebracht.

Als Hausmeister dieses "fragwürdigen Vergnügungsetablissements" trat Senatsmitglied Winfried Schmitz in die Bütt und definierte "gemischter Chor" ganz neu: "Die einen können singen, die anderen nicht." Die Eheleute Schwertfeger (Gabriele Meyer und Jörg Zick, bekannt aus "Hessen lacht zur Fassenacht") gaben allerlei Pikantes aus ihrem Liebesleben preis. Ein Kurs "Striptease für den Hausgebrauch" fiel bei ihm nicht gerade auf fruchtbaren Boden: "Es ist mir egal, ob du dich schnell oder langsam ausziehst. Ich weiß ja eh, was drunter ist." Sie: "Er ist wie ein wilder Stier … der ist auch nicht so schnell zum Stehen zu bringen."

Der Knaller schlechthin war Boris Reisert vom Karnevalverein TG Oberroden, ein As in der Bütt. Vollmundig mit dicker Brust und dünnem Bauch, gab sich der Schnellredner völlig unbescheiden als "der geilste Hesse seit Moses" aus. Seine Sixpacks trainiere er achtmal die Woche und erzählte auch wie: "So geht das richtig, es wär" doch gelacht, das hat mir übrigens der Herbert Burbach beigebracht. Der hat sich 40 Jahr geschont und trägt jetzt alles figurbetont." Beim närrischen Volk blieb kein Auge trocken, die Lachmuskeln wurden auf das Stärkste strapaziert.

Einen beachtenswerten Beitrag steuerte der Fanfarenzug Hansa Gießen zum Programm bei, und auch die "Siegheuler" mit über zwei Dutzend Percussionisten und Schlagwerkern brachten mächtig Stimmung in die Halle.

Karl-Heinz Scherer, er hatte inzwischen die Moderation für Sitzungspräsident Badeck übernommen, und konnte mit Sabrina Ludwig und Mona Poloschek einen Augen- und Ohrenschmaus ankündigen. Zu deutschen Schlagern animierten die beiden Debütantinnen der letzten Kampagne die Gäste zum Mitsingen. Die geforderte und gern gegebene Zugabe: Der Traum von Amsterdam.

Viel bejubelt wurde der Auftritt der Midi-Garde des CVA, die unter der Leitung von Maike Schmidt steht. Eine tolle Choreografie und die eingängige Melodie von "Heute fährt die 18 bis nach Istanbul" versetzten das Publikum in Hochstimmung. Zum Gute-Laune-Song "Zehn kleine Jägermeister" über die volkstümliche "Fischerin vom Bodensee" bis hin zum Disco-Poggo tanzten die "Maxims" in Dirndl und Lederhosen und sorgten für echte Partystimmung. Yvonne Preuß hatte diese kontrastreiche Show einstudiert.

Zwischen dem Showtanz der CV-Angels (Trainerin Katrin Seuling) und dem Tanz der CVA-Garde (Trainerin Maike Schmidt) gaben die CV-Allstars ihr Debüt. Aus Anlass des 33-jährigen Vereinsjubiläums wurde diese Truppe gegründet. Sie setzt sich zusammen aus Mitgliedern des Elferrates, aufgefüllt mit Aktiven aus den Reihen des CVA, und steht ebenfalls unter Regie von Yvonne Preuß. Bestachen die Damen der Formation CV-Angels und der Garde mit beeindruckenden Leistungen und echter Grazie, so war der große Erfolg der Männer doch eher dem witzigen Outfit als Sexy-Pummelchen im String zu verdanken.

Bevor die Oberhofkapelle zum Tanz spielte, spiegelte sich die bunte Vielfalt des fast fünfstündigen Programms beim großen Finale wider. Das Kreativteam unter Leitung des Vereinsvorsitzenden Herbert Burbach ist seit Langem für die Umsetzung einer raffinierten Bühnentechnik mit tollen Knalleffekten und die Gestaltung eines schönen Bühnenbildes bekannt. Durch die im Vorfeld getroffenen Maßnahmen konnte nun auch die Beschallung der Halle wesentlich verbessert werden. (Fotos: siw)

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