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David Herrmann

Abwechslungsreiches Betätigungsfeld

  • vonSiglinde Wagner
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Buseck (siw). Die Erfahrungen durch die persönlichen Beziehungen zu Menschen, die Unterstützung und Hilfe benötigen, sind das eine, was David Hermann im September aus seinem Bundesfreiwilligendienst mitnehmen wird. Das andere sind die Orientierungs- und Entscheidungshilfen für die Auswahl eines Studiums oder einer Ausbildung, die der 18-Jährige bei seinem Einsatz in der Pfarrgemeinde von Sankt Marien Buseck sammeln kann.

Er ist der erste, der den Freiwilligendienst in der Kirchengemeinde absolviert.

Nach dem Abitur im Juni letzten Jahres hatte der Rödgener noch mit einem Studium, vielleicht etwas in Richtung Sozialpädagogik, geliebäugelt. Da ihm die Mitarbeit in der katholischen Kindertagesstätte St. Elisabeth so richtig Spaß macht, schließt er mittlerweile eine Ausbildung zum Erzieher nicht aus. Nicht nur hier könnte er seine musikalischen Fähigkeiten einbringen. Hermann spielt Klavier und Gitarre und hat im Chor der Liebig-Schule gesungen.

Eher erwartungslos und gespannt hat Hermann Anfang des Jahres seinen Dienst aufgenommen. Schnell hat er festgestellt, wie einschränkend die Pandemie für alle ist. »Umso mehr war ich überrascht, wie sehr man hier versucht, die Gemeinschaft zu bewahren. Es geht darum, trotz Corona den sozialen Kontakt zu pflegen und füreinander da zu sein«, sagt Hermann.

»Besonders Alleinlebende und Hilfsbedürftige wollen wir dabei nicht vergessen«, sagt Diakon Rudolf Montermann. An der Haustür und am Telefon wurde der Freiwilligendienstleistende den Menschen vorgestellt. Danach blieb es nicht nur bei Gesprächen, sondern auch tatkräftige Unterstützung zum Beispiel beim Winterdienst oder einem Umzug wurde von Hermann geleistet. Er bedauert, dass das alljährliche Sternsingen nicht wie sonst mit den Kindern durchgeführt werden konnte. Stattdessen wurden Info-Zettel an alle Haushalte im Einzugsbereich der Pfarrgemeinde (alle Ortsteile von Buseck und Reiskirchen, hier ohne Ettingshausen sowie Gießen-Rödgen) verteilt.

Zudem bot Hermann jeden Tag Anwesenheitszeiten zur Ausgabe der Segensaufkleber in der Kirche an. Die Mühe hat sich gelohnt, das Spendenaufkommen war mit 19 350 Euro unerwartet hoch ausgefallen.

Es hängt vom Verlauf der Pandemie ab, wann sich die Pfadfinder wieder treffen können und ob ein Sommerlager stattfinden kann. Dann hätte Diakon Montermann eine große Stütze an seiner Seite.

Auch die Frauen in der Kleiderkammer »Sankt Martin« in Reiskirchen würden sich freuen, wenn der junge Mann nach dem Lockdown beim Sortieren und Einräumen der Kleidung und beim Verkauf helfen könnte.

Denkbar wären außerdem eine Schulassistenz in dem vom Diakon gehaltenen Religionsunterricht sowie Musikangebote in der Kirche während und außerhalb des Gottesdienstes. Ebenfalls eingebunden wird Hermann in die Öffentlichkeitsarbeit (Pressemitteilungen, Internet, YouTube). Ihm gefallen die abwechslungsreichen Tätigkeiten sehr gut. In der Pfarrgemeinde hat er - soweit Corona konform - die Möglichkeit, sich mit eigenen Ideen und Projekten einzubringen. Nun ist er gespannt, was die nächsten Monate noch bringen werden.

Für die Pfarrgemeinde »Sankt Marien« ist David Hermann zwar der erste Bundesfreiwilligendienstleistender, aber er wird wohl nicht der letzte sein. Wie Montermann verriet, hat sich für das kommende Jahr ein zukünftiger Rentner als Bufdi in Teilzeit beworben. FOTO: SIW

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