545 Männer und Frauen kandidieren

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Buseck/Grünberg/Lich (pm). In den 70 Gemeinden der evangelischen Dekanate Grünberg, Hungen und Kirchberg werden am morgigen Sonntag neue Kirchenvorstände gewählt. Obwohl die Vorbereitung der Wahl in Zeiten der Coronapandemie eine besondere Herausforderung darstellte, hoffen Wahlvorstände und Dekanatsleitungen auf eine hohe Wahlbeteiligung als Rückenwind für die Gewählten.

Erfreulich ist in den Augen der Verantwortlichen, dass in allen Gemeinden zum vorgegebenen Stichtag die notwendige Kandidierendenzahl gefunden wurde. Für die 545 Mandate bewerben sich 363 Frauen und 182 Männer zwischen 18 und 82 Jahren. Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren wollen in elf Gemeinden als Jugendmitglieder mitarbeiten. In fast allen Gemeinden stehen mehr Frauen als Männer zur Wahl. Reine Frauenlisten gibt es zum Beispiel in Stangenrod/Lehnheim und Lardenbach. In sechs Gemeinden treten mehr Männer als Frauen an.

Auch online wird abgestimmt

Jetzt hoffen die Wahlvorstände in der Dekanats-AG auf eine hohe Wahlbeteiligung, damit die Gewählten mit einem starken Mandat an die Aufgaben der sechsjährigen Wahlperiode herangehen können. 2015 gaben etwas mehr als ein Viertel der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. »Es wäre schön, wenn wir diese Zahl am Sonntag toppen könnten«, hofft Annette Vogel, Präses im Dekanat Kirchberg.

Die Evangelischen im Gießener Land können ihre Stimmen diesmal nicht nur in Wahllokalen oder per Briefwahl abgeben. Die Marienstiftsgemeinde Lich macht von der Möglichkeit Gebrauch, online für Kandidatinnen und Kandidaten abzustimmen, die die Geschicke der Gemeinde leiten sollen. In Lich wird es mit 16 Personen nach der Wahl den größten Kirchenvorstand in den drei Dekanaten geben.

Die Gemeinden an der Wetter, Wetterfeld, Ober-Bessingen, Röthges und Münster sowie Freienseen/Sellnrod/Altenhain im Dekanat Grünberg wählen 14 Personen. Drei Kirchenvorstände werden die Mindestgröße von vier Mitgliedern haben, und zwar Saasen, Unter-Seibertenrod und Beltershain.

Die Größe der Gremien bemisst sich nach der Anzahl der Gemeindemitglieder. Dabei haben die Gemeinden einigen Spielraum: Bei bis zu 1000 Gemeindemitgliedern kann der Vorstand vier bis zehn, bei bis zu 2000 Mitgliedern sechs bis 14 und bei über 2000 Mitgliedern acht bis 21 Mitglieder haben.

Nicht nur wegen der Corona-Pandemie hat sich diesmal eine Mehrheit der Gemeinden im Gießener Land für die reine Briefwahl ohne Wahllokal entschieden. Sie erhoffen sich nach den positiven Erfahrungen, die Gemeinden 2016 mit der Wahl per Brief gemacht haben, eine höhere Wahlbeteiligung.

In Annerod und Oppenrod scheint sich diese Hoffnung zu erfüllen: Schon zwei Wochen vor dem Wahltermin hatten rund 30 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Auch die Saasener Pfarrerin Ursula Wendt berichtet von einem unerwartet hohen Rücklauf an Wahlbriefen.

Bis Sonntag um 18 Uhr können sich diese Zahlen noch erhöhen. Bis dahin können die Wahlbriefe in den Briefkasten der Kirchengemeinde eingeworfen werden. Die Auszählung der Stimmen ist öffentlich. Die Wahlvorstände melden die Ergebnisse möglichst noch am Sonntagabend an die Kirchenverwaltung nach Darmstadt.

Die Wahlperiode für die neuen Kirchenvorstände beginnt am Mittwoch, 1. September. Aus ihren Reihen werden die Delegierten gewählt, die ab Januar 2021 die Synode des fusionierten Dekanats Gießener Land stellen werden.

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