Bürgermeisterkandidaten-Casting bei den Freien Wählern

Gießen (so). In den kommenden zwei Jahren stehen sieben Bürgermeisterwahlen in Städten und Gemeinden im Landkreis Gießen an – und die Freien Wähler wollen, wo möglich, den Bürgern eine personelle Alternative bieten. Jetzt machen sich die Gemeindeverbände in Buseck, Wettenberg und Pohlheim gemeinsam mit dem Kreisverband auf die Suche nach geeigneten Kandidaten.

In einer groß angelegten Aktion wird um Interessenten geworben. Dem FW-Kreisvorsitzenden Oliver Meermann schwebt da ein regelrechtes Casting vor am Ende der Kampagne: »Wir suchen die bestmöglichen Bürgermeister für die drei Gemeinden!«

FW-intern, aber eben auch in Printmedien von Amtsblättern über regionale und überregionale Tagespresse bis zum Internet und den sozialen Netzwerken werden alle Plattformen genutzt, um potenzielle Kandidaten anzusprechen. Denn es sei im Kreis Gießen »nicht unüblich, den Bürgermeister zu stellen«, nennt Meermann Frank Ide (Grünberg), Kurt Hillgärtner (Rabenau), Erhard Reinl (Buseck) oder den mit Hilfe der FW gewählten Peter Klug (Laubach).

»Bürger-, nicht Parteienmeister«

Wichtig ist den Freien Wählern der Verweis auf das von ihnen erarbeitete Anforderungsprofil mit Aspekten und Schlüsselqualifikationen wie einer fundierten Ausbildung, Berufserfahrung (Führungsposition), Teamfähigkeit, unternehmerischem Denken und politischem Gestaltungswillen »zum Wohle der Bürger«. Meermann: Ein Bürgermeister muss vernetzt sein und interkommunal denken. Und: Nur ein freier, fast neutraler Bürgermister könne der richtige sein. Ergänzung des ehemaligen Ersten Kreisbeigeordneten Stefan Becker: Gesucht werde »ein Bürgermeister und kein Parteienmeister« Die Bewerbungsfrist läuft bis Jahresende. Im ersten Quartal 2014 sollen die Unterlagen gesichtet und dann den Ortsverbänden Personalvorschläge zur Entscheidung gegeben werden.

Rechtzeitig noch für Pohlheim, so Klaus Sommer und Ewald Seidler, wo voraussichtlich Ende September 2014 gewählt wird. Da tritt der SPD-Amtsinhaber nicht mehr an; das war für die FW Ansporn. »Was wir absolut erwarten, ist Teamfähigkeit«, betont Sommer. Und legt nach: »Das ist bislang so nicht gegeben.«

In Buseck, wo im Sommer 2015 über die Nachfolge des aus Altersgründen nicht mehr kandidierenden Freien Wählers Erhard Reinl befunden wird, wollen Dr. Dietmar Schmidt und Manfred Buhl an eine stark FW-Traditionen anknüpfen, erinnern an ihre Bürgermeister Helmut Hofmann, Walter Kühn und eben Reinl.

Für Wettenberg konstatieren Julia Trampisch und Karl Fiedler eine Unzufriedenheit der Bürger mit dem sozialdemokratischen Amtsinhaber – da sei man gefordert, wolle Flagge zeigen und den Bürgern eine Alternative bieten. Stichworte der Kritik sind da die Entscheidungsfindungen zu Pflegeheim, Windkraft und Einkaufsmarkt, hinzu komme der Umgang mit der Opposition im Parlament und eben mit kritischen Bürgern.

Bewerberpool für die Zukunft?

Weitere dahinter stehende Idee: Bei einer ausreichenden Anzahl von Bewerbungen einen Pool an Kandidaten aufzubauen, auf die dann gegebenenfalls zurückgegriffen werden kann. Stehen doch 2015 Bürgermeisterwahlen beispielsweise auch in Heuchelheim und in Fernwald an. Mit drei Ortsverbänden sei man jetzt am Start, so Meermann, der aber nicht ausschließt, dass zu einem späteren Zeitpunkt auch weitere FW-Ortsverbände hinzukommen.

Was Fernwald und Heuchelheim angehe (regiert von einem Sozialdemokraten respektive einem Christdemokraten, in Heuchelheim mit Unterstützung der FW), sei man »noch in der Findungsphase«.

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