+
Das Hüttenberger Hallenbad ist über ein halbes Jahrhundert alt. Ohne Investitionen - ob in einen Neubau oder eine Sanierung - droht langfristig die Schließung. FOTO: PAD

Bürger wollen mitentscheiden

  • schließen

Hüttenberg(pad). Die Hüttenberger Bürger wollen offensichtlich gefragt werden, ob die Gemeinde für sie ein neues Hallenbad bauen soll: Über 850 haben bereits das Bürgerbegehren zu dieser Frage unterzeichnet, womit die notwendige Quote erfüllt sein dürfte. Bis Ende kommender Woche wollen die Initiatoren weiter Unterschriften sammeln und diese dann gesammelt im Rathaus übergeben.

Bei den Initiatoren des Bürgerbegehrens handelt es sich um einen überparteilichen Zusammenschluss von Hüttenberger Bürgern. Sie haben ihre Initiative unter das Motto "Neues Hallenbad? Gemeinsam entscheiden, gemeinsam zahlen" gestellt. Mitinitiator Dr. Norbert Lang erklärte im Gespräch mit der Gießener Allgemeinen Zeitung, dass man nicht alle Unterschriften als Ablehnung der Neubaupläne verstehen solle. "Das wäre vermessen. Viele sagen jedoch, dass sie es gut finden, dass die Bürger beteiligt werden."

Auch die Initiatoren selbst sind nicht gegen das Schwimmbad, erklärt Lang. "Wir haben keine Unterschriftensammlung gegen das Hallenbad." Ziel müsse es sein, dass Hallenbad zusammen mit dem Trägerverein so lange wie möglich offen zu halten. "Wir sagen, dass die Finanzierung des Neubaus zu stark zulasten der Hüttenberger Bürger und Finanzen geht." Er wünscht sich eine stärkere Förderung der Schwimmbäder durch das Land und den Bund.

Nach derzeitigen Schätzungen könnte ein Neubau zwischen 6 und 10 Millionen Euro kosten. Die Gemeinde schiebt bereits einen hohen Schuldenberg vor sich her. Gleichzeitig stehen bei zuletzt sinkenden Einnahmen weitere Investitionen an - unter anderem in die Sanierung der Hüttenberger Bürgerstuben und die Einrichtung neuer Kindergärten. Lang geht davon aus, dass sich darum ein Hallenbadneubau nur mit einer Erhöhung der Grundsteuer von 100 bis 130 Prozentpunkten finanzieren ließe. "Das macht für ein Durchschnittshaus 100 bis 140 Euro pro Jahr." Aufgrund solch einer Mehrbelastung wollen die Initiatoren des Bürgerbegehrens, dass die Hüttenberger darüber mitentscheiden können.

Bei der Unterschriftensammlung haben Lang und seine Mitstreiter jedoch festgestellt, dass trotz umfangreicher Berichterstattung in der Presse sowie einem engagierten Hallenbad-Trägerverein, der für den Hallenbadneubau wirbt, bislang nicht alle Hüttenberger über die Dimensionen des Projektes Bescheid wussten. Daher hätten auch noch nicht alle Unterzeichner des Bürgerbegehrens sich festgelegt, ob sie später für oder gegen einen Neubau stimmen wollen.

Egal wie das Ergebnis ausfällt - die Initiatoren sehen darin einen Erkenntnisgewinn für die Gemeindevertreter. Lang sagt: "Wenn die Bürger sagen ›Das Hallenbad ist uns das wert‹ - dann akzeptieren wir das."

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare