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Vor dem Büffeln kommt das Bauen

  • Rüdiger Soßdorf
    vonRüdiger Soßdorf
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Kurzarbeit? Nicht auf dem Bau. Dort wird - Corona hin, Sommerhitze her - mit Volldampf gearbeitet. Der Landkreis Gießen investiert unvermindert in seine Schulen. Vor allem in die energetische Sanierung. Eine Zwischenbilanz, kurz bevor Maurer, Maler und Elektriker das Feld wieder den Schülern überlassen - oder zumindest mit ihnen teilen müssen.

Bis spätestens 2022 müssen die teils vom Land, teils vom Bund geförderten Schulbauprojekte im Landkreis fertig und abgerechnet sein. Deshalb wird auch jetzt in den Sommerferien allerorten gewerkelt. Der eine oder andere Schüler wird nach den Ferien in der zweiten Augusthälfte in eine "neue" Schule gehen, manch anderer kehrt in eine Baustelle zurück. Weitere Einschränkungen im Unterricht sind dadurch aber nicht zu erwarten. Ein Überblick über die größeren Maßnahmen:

In Grünbergläuft seit dem Frühjahr 2019 die Sanierung von zwei Gebäuden der Grundschule am Diebsturm: Fassaden, Fenster, Dächer werden instand gesetzt, zudem wird die Heizung erneuert, um künftig Energie und damit Kosten zu sparen. Es gibt neue Böden und einen neuen Aufzug. Bis Oktober sollen die Arbeiten andauern, zu den Herbstferien soll alles fertig sein.

Insgesamt steckt der Kreis 6,125 Millionen Euro in das Gebäude. Knapp 4,9 Millionen Euro kommen aus dem Kommunalen Investitionsprogramm, weitere 2,5 Millionen Euro aus dem Kreis-Haushalt.

An der Grünberger Theo-Koch-Schule, der größten Schule im Kreis, werden für rund 700 000 Euro die Außenanlagen erneuert. Alte Pavillons und das Hausmeisterdomizil sind längst weg, jetzt werden der untere Schulhof mit den 50 Jahre alten "Stolperfallen" (Betonfundamente) sowie die Anbindung an die Aula/"Haus G" neu gestaltet. Verbesserungen an den Bushaltestellen, Raum für Unterricht im Freien, neue Fahrradabstellplätze und neues Grün kommen hinzu.

An der Außenstelle Allendorfder Clemens-Brentano-Schule Lollar haben umfassende Sanierungen begonnen: Vor allem Dächer und Heizung werden in einem ersten Abschnitt gemacht, zudem Fassaden und Blitzableiter.

An der Gesamtschule in Hungenwird die energetische Sanierung des Gebäudes 7 fortgesetzt. Das sollte eigentlich bis zu den Herbstferien abgeschlossen sein. Doch hier hat es coronabedingt Verzögerungen von rund sechs Wochen gegeben, legt Schuldezernentin Dr. Christiane Schmahl dar. Die eine oder andere Firma war personell unterbesetzt. Für 4,3 Millionen Euro werden auch hier Dach, Fassaden und Fenster erneuert.

Auch an der Grundschule von Langgönswird in energetische Sanierung investiert: Die Stichworte hier: Dach, Fassade, Fenster von Gebäude 1. Zudem werden die Toiletten umgebaut und Bodenbeläge erneuert. Insgesamt fließen aktuell 2,46 Millionen Euro in diese Schule, etwa halbe-halbe vom Kreis und dem Kommunalen Investitionsprogramm getragen. Auch da hat es Verzögerungen gegeben, zum einen coronabedingt, zum anderen, weil sich im Zuge der Arbeiten herausstellte, dass zusätzlich Betonelemente und weitere Fenster zu sanieren sind. Geplantes Bauende ist nun für Weihnachten 2020 vorgesehen.

Die kreiseigene Berufsschule, die Willy-Brandt-Schule in Gießen, bleibt weiterhin eine der größten Baustellen des Landkreises. Bis Sommer 2022 soll dort gearbeitet werden. Derzeit erfolgt die Planung für Dächer und Fassade. Die Innensanierung wird jetzt mit 12,55 Millionen Euro veranschlagt - 1,4 Millionen Euro teuer als noch 2019 geplant. Die Kosten für die Außensanierung liegen bei 7,08 Millionen Euro im Budget.

Die Innensanierung erfolgt in drei Abschnitten. Mit dem ersten soll nach den Sommerferien begonnen werden. Dafür müssen jetzt 50 Klassen- und Fachräume umziehen. Ein Teil findet im bestehenden Gebäude an anderer Stelle Platz, andere ziehen vorübergehend in die ehemalige Gesamtschule in Rodheim-Bieber. Dort werden bereits die Auszubildenden für kaufmännische Berufe betreut. Der Fachbereich Gesundheit und die Mediengestalter sollen ebenfalls dorthin umziehen. Die Räume sind hergerichtet.

Mitte August sollen die Abbrucharbeiten im Gebäudeinneren der Willy-Brandt-Schule beginnen. Bis Sommer 2022, also binnen zwei Jahren, soll dies abgeschlossen sein.

Nicht zuletzt wird intensiv an der Wilhelm-Leuschner-Schule in Heuchelheim, einer großen Grundschule, gearbeitet. Da ist das Ziel, bis Ende der Sommerferien das erste Gebäude fertigzustellen. Das zweite folgt bis Ende September. 4,3 Millionen Euro werden verbaut. Ist alles fertig, können auch die Klassen, die derzeit auf den Mühlberg in eine ehemalige Flüchtlingsunterkunft ausgelagert sind, wieder zurückkehren.

Millionen und Abermillionen Euro fließen in die Schulen - vor allem in die energetische Sanierung, um künftige Betriebskosten zu senken. Vier Sommer-Baustellen im Uhrzeigersinn: Wilhelm-Leuschner-Schule Heuchelheim, TKS Grünberg, Willy-Brandt-Schule Gießen und Grundschule Grünberg. FOTOS: EP, SO, TB

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