Ruppertsburg von oben: Nördlich der Horloff (rechter Bildteil) ist eine Löschwasserversorgung nicht vorhanden. ARCHIVFOTO: HENSS
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Ruppertsburg von oben: Nördlich der Horloff (rechter Bildteil) ist eine Löschwasserversorgung nicht vorhanden. ARCHIVFOTO: HENSS

Brenzlige Situation in Ruppertsburg

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
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Laubach(tb). Dringlichkeit erkannt: Zur Sicherstellung der Löschwasserversorgung in Ruppertsburg wird Laubach rund 420 000 Euro investieren. Ihr Placet für die von der Summe her außergewöhnliche außerplanmäßige Ausgabe erteilten gestern Abend die Stadtverordneten - einstimmig. Um im Bild zu bleiben: Wie "brenzlig" die Situation im Norden des Stadtteils ist, das wurde am Montag dem Fachausschuss verdeutlicht.

"Alles gut" nur in der alten Ortslage

Lothar Schellhaas (Ingenieurbüro Ohlsen) verwies zunächst auf Ergebnisse eines umfassenden Messprogramms. Wesentlicher Bestandteil, neben der Ermittlung der Druckverhältnisse: An 14 Stellen, verteilt über die gesamte Ortslage, wurden Löschwasserentnahmen simuliert, d.h. ermittelt, welche Wassermengen den Unterflur-Hydranten zu entnehmen ist. Ein Fazit: Im alten Ortskern ist der vom "Brandschutz-Regelwerk" geforderte Löschwasserbedarf von mindestens 48 Kubikmetern die Stunde gegeben. Überdies steht hier ein Teich als Reserve bereit, müsste bei einem Feuer eine nur 300 Meter lange Schlauchleitung verlegt werden. Ganz anders sieht es im "Neubaugebiet" aus den 70ern nordwestlich der Horloff aus. Schellhaas: "keine Löschwasserversorgung vorhanden". Zwar mit 24 cbm/h besser, aber doch weit unter der Mindestanforderung lautet das Resultat für den Weiler Friedrichshütte; allerdings soll hier nochmals gemessen werden, hoffen die Experten auf bessere Werte dank Reparaturen am Leitungsnetz.

Als Ursache der Misere hat Schellhaas die mit einem Querschnitt von de facto 50 bis 80 Millimeter viel zu kleinen Verbindungsleitungen vom alten Ortskern zum "neuen" Baugebiet nördlich der Horloff ermittelt. Um also die Löschwasserversorgung sicherzustellen, müssen die beiden Verbindungsleitungen durch größere ersetzt werden. Zumal die Rohre bereits die durchschnittliche maximale Lebenserwartung erreicht hätten: "Die sind bestimmt 60 oder 70 Jahre alt." Kollabierten diese, wäre auch die Trinkwasserversorgung von rund 800 Ruppertsburgern perdu.

Die Deckung der Kosten ist in diesem Fall kein Problem: Die Sanierung der Nebenräume des Rathauses für 70 000 Euro wird verschoben, für die Sanierung des Freibads für 359 000 Euro sind ohnedies mit dem Land noch die Fördermodalitäten zu klären.

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