Knapp 400 Quadratmeter an der Ecke Gießener Straße 53/Kirschgarten sollen alsbald zu einer Grünanlage mit Rasenfläche und Blühwiese umgestaltet werden. Anwohner befürchten, dass ein neuer "Radauplatz" entstehen könnte. FOTO: VH
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Knapp 400 Quadratmeter an der Ecke Gießener Straße 53/Kirschgarten sollen alsbald zu einer Grünanlage mit Rasenfläche und Blühwiese umgestaltet werden. Anwohner befürchten, dass ein neuer "Radauplatz" entstehen könnte. FOTO: VH

Brache soll begrünt werden

  • vonVolker Heller
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Zunächst wollte die Stadt Lollar auf der Brache an der Ecke Gießener Straße/Kirschgarten einen Kreisverkehr bauen. Seitdem sich diese Pläne zerschlugen, wird über die neue Nutzung diskutiert.

Noch voriges Jahr flirtete das politische Lollar mit einer Teilnahme am Bund-Länder-Förderprogramm "Zukunft Stadtgrün". Man wollte die drei Fließgewässer im Stadtgebiet sowie Grünflächen aufwerten. Daraus wurde aber nichts. Welche Schwierigkeiten der gute Wille zu mehr Grün bereiten kann, zeigte nun die Debatte im Bauausschuss sowie der Stadtverordnetenversammlung über den Platz an der Ecke Gießener Straße 53/Kirschgarten.

Die Stadt hatte das 398 Quadratmeter große Grundstück ursprünglich erworben, um dort einen Kreisverkehr zu bauen. Dieser Plan zerschlug sich, sodass die Stadtverordneten am 16. August 2018 beschlossen, auf dem plötzlich nutzlos gewordenen Areal einen Grün- und Aufenthaltsbereich anzulegen.

Die Vorlage des Magistrats im August 2020 beabsichtigt, den Platz anteilig zu begrünen und als Blühwiese einzusäen. Dazwischen würde sich ein Fußweg schlängeln, an dem Ruhebänke aufgestellt werden sollen. Drei Bäume kämen hinzu.

Bereits im Bauausschuss wurde ein befürchtetes Konfliktpotenzial angesprochen, dieses im Parlament nochmals aufgerollt. Cornelia Maykemper (FDP) sagte, bezüglich einer möglichst günstigen CO2-Bilanz sei die Gestaltung noch nicht ausgereift. Es sei zu befürchten, dass Rasenfläche, Fußweg und Bank letztlich dazu führten, dass ein Versammlungsplatz entstünde.

Der Stadtverordnetenvorsteher Horst Klinkel (SPD) gab eine persönliche Stellungnahme ab und betonte ausdrücklich, damit vertrete er nicht die Meinung seiner Fraktion. Er und seine Ehefrau Edith Klinkel, Ortsvorsteherin von Lollar, würden öfter angesprochen oder schriftlich über abendliche Lärmbelästigungen informiert und gebeten, für Abhilfe zu sorgen. Die nächtlichen Ruhestörer seien manchmal bis über Mitternacht hinaus unterwegs.

Ruhestörungen

Klinkel zählte Örtlichkeiten auf, die typischerweise für lockere Versammlungen genutzt würden, etwa der Schmaad- leckerbrunnen, der Platz vor der Grundschule oder der Spielplatz Jahnstraße. Klinkel riet davon ab, "weitere Radauplätze" anzubieten.

Zudem kritisierte er, dass das Grundstück nicht Bauwilligen angeboten worden sei. Die Stadt habe mit diesem Personenkreis nicht das Gespräch gesucht. Maykemper fügte an, auch ihr gegenüber habe ein Anwohner Interesse am Grundstück bekundet.

Bürgermeister Dr. Bernd Wieczorek erinnerte die Stadtverordneten an ihren eigenen Beschluss vor zwei Jahren, das Grundstück als Grünfläche zu gestalten. Keineswegs würde also die Stadtverwaltung Geld "verplempern", indem sie das Areal nicht wieder veräußere.

Norman Speier (SPD) teilte die geäußerten "Bauchschmerzen". In zwei Jahren seit dem damaligen Beschluss sei nichts passiert, nun ein "Schnellschuss" erforderlich, um Fördermittel zu erhalten (75 Prozent der etwa 40 000 Euro teuren Umgestaltung). Mehrheitlich stimmte das Stadtparlament für eine Platzgestaltung gemäß der Magistratsvorlage.

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