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Die Zahl der Wohnmobile steigt stetig. Mittlerweile sind mehr als 1600 dieser Fahrzeuge im Landkreis Gießen gemeldet. Vor allem Menschen über 50 und junge Familien gehören zum Klientel der Branche. Es ist das Gefühl von Freiheit, dass die meisten Wohnmobilisten eint.

Aus der Redaktion

Einsteigen, losfahren, am Waldrand anhalten und dort mit Blick übers Tal und zu den Bergen im Hindergrund das Nachtquartier aufschlagen. Mit solch idyllischen Bildern lockt die Werbung potenzielle Wohnmobilkäufer. Die Realität sieht zwar leider nicht immer so golden aus. Auf den öffentlichen Standardstellplätzen irgendwo am Stadtrand, manchmal gar im Gewerbegebiet zwischen Tankstelle und Möbelhaus, mit der Autobahn in Hörweite, ist es eher unromantisch, manchmal auch einfach nur eng.

Doch das hält die Menschen nicht davon ab, mit dem eigenen Ferienhaus auf Rädern auf Reisen zu gehen. Die Zahl der Wohnmobile jedenfalls steigt Jahr für Jahr an. Das ist ein deutschlandweiter Trend, auch im Kreis Gießen hält er an. Ein Blick in die Statistik beweist es.

Waren 2011 gerade einmal 1055 Wohnmobile im Gießener Land gemeldet, so sind es nach Auskunft des Kraftfahrtbundesamtes mittlerweile schon 1613 - eine Steigerung von knapp 53 Prozent. Im Landkreis kommen demnach sechs Wohnmobile auf 1000 Einwohner, damit liegt der Kreis im deutschen Mittelfeld. Spitzenreiter in dieser Wertung ist übrigens der Kreis Schleswig-Flensburg mit 17,31 Wohnmobilen pro 1000 Einwohner. Allerdings ist dort auch ein großer Wohnmobilverleiher ansässig, auch diese Werte fließen in die Statistik ein.

Deutschlandweit freut sich die Branche über immer größeren Zuspruch. Immerhin stieg die Zahl der Wohnmobile im vergangenen Jahr um 45 794 auf insgesamt 532 687 Fahrzeuge.

Zahlungskräftiges Klientel

Eines aber wird anhand der Statistik auch deutlich. Die Zahl der neu zugelassenen Wohnmobile entspricht recht genau der Zahl des Bestandszuwachses. Das heißt somit auch, dass wenige dieser Fahrzeuge ausgemustert wurden. Deswegen zittern Wohnmobilisten auch immer noch ein wenig vor Fahrverboten, weil die meisten einen schon älteren Diesel unter der Haube haben. Der Gebrauchtmarkt jedenfalls ist reichlich leer gefegt. Lediglich um die 7000 Angebote lassen sich bundesweit auf entsprechenden Internetseiten finden.

Doch trotz der stetig steigenden Zahlen bleibt das Wohnmobil nicht mehr als ein Nischenprodukt - in der Regel sind es Zweit- oder gar Drittwagen. Immerhin sind Händler auf eine zahlungskräftige Kundschaft angewiesen, der Durchschnittspreis für neue Reisemobile lag im vergangenen Jahr bei über 71 000 Euro. Die Branche profitiere aber auch vom Niedrigzinsniveau, sagt Geschäftsführer Daniel Onggowinarso vom Caravaning Industrie Verband (CIVD). Er nennt Menschen über 50 als die wichtigste Zielgruppe. Diese Gruppe wächst derzeit, wie die demografische Entwicklung zeigt. Dazu geht sie auch mächtig der Rente entgegen, was zusätzliche Freizeit eröffnet. Gleichzeitig stellt Onggowinarso einen Outdoor-Trend bei jüngeren Familien fest. Alle zumindest eint der Wunsch, in den Ferien einen Hauch von Freiheit zu spüren. (Quelle: ZdS)

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