Eine Ausstellung zum 30-jährigen Jubiläum der "Grimmicher Bobbekist" ist bis 18. Oktober im Stadthaus zu sehen. Zur Eröffnung präsentieren Marktfrau Andrea Strauch, Nadine Becker, Gretel Keil, Kristin Ricken, Heike Siek und Evelyn Schmadel (v. l.) Requisiten zu "Schneewittchen". FOTO: FP
+
Eine Ausstellung zum 30-jährigen Jubiläum der "Grimmicher Bobbekist" ist bis 18. Oktober im Stadthaus zu sehen. Zur Eröffnung präsentieren Marktfrau Andrea Strauch, Nadine Becker, Gretel Keil, Kristin Ricken, Heike Siek und Evelyn Schmadel (v. l.) Requisiten zu "Schneewittchen". FOTO: FP

"Bobbekist" im Schaufenster

  • vonHans-Joachim Losert
    schließen

Über drei Jahrzehnte bei jeder Vorstellung ein volles Haus. Welches Theater- ensemble würde sich darüber nicht glücklich schätzen? Genau diese Bilanz können die Laienschauspielerinnen der "Grimmicher Bobbekist" für sich verbuchen. Dennoch sind sie traurig.

Jedes Jahr am zweiten Gallusmarkt-Samstag begeistern die Darsteller der "Grimmicher Bobbekist" rund 600 Kinder mit ihren Märchenaufführungen. In diesem Jahr sollte das 30-Jährige mit einer besonderen Aufführung gefeiert werden. Doch auch diesem Jubiläum machte Corona einen Strich durch die Rechnung. Die Absage des Gallusmarktes bedeutete auch das Aus für die Bühnenkünstler.

Szenen früherer Aufführungen

Das Ensemble mit Marianne Holmelin, Hiltrud Lenz, Gretel Keil, Evelyn Schmadel, Heike Siek, Heike Leise, Kristin Ricken, Christiane Heinisch, Nadine Becker, Tanja Penktner-Ide, Anita Riedmann, Susanne Wagner, Sabine Lippert, Jenny Marin und Sina Schäfer hat als kleinen Ersatz eine Ausstellung vorbereitet. In den Schaufenstern des Stadthauses auf dem Marktplatz sind sechs verschiedene Spielszenen zu sehen. Sie wurden aus Kulissenteilen, Bildern und Utensilien aus dem Fundus der "Bobbekist" gestaltet. Dabei sollen sie die kleinen und großen Zuschauer zum Erraten der einzelnen Bühnenstücke oder des Aufführungsjahrs anregen. Zu sehen ist die Sammlung bis zum 18. Oktober, eröffnet wurde sie am Freitagabend.

Seit 1989 spielen die Laienschauspielerinnen für den Nachwuchs. Vielerlei Märchen wie "Struwwelpeter", "Dornröschen", aber auch die "Schatzinsel" oder "Michel aus Lönneberga", zogen Mädchen und Jungen in ihren Bann.

Bis 1998 fand das Kinderfest im Festzelt statt, danach zog die Truppe in die Gallushalle um. Hier war es um die Bedingungen, etwa die Akustik, besser bestellt. Verbunden mit dem Kinderfest ist stets ein Ratespiel, bei dem zahlreiche Preise verlost werden. Hierfür müssen die Kinder meist einige Aufgaben im Vorfeld erfüllen, die oft in den Schaufenstern der Geschäfte versteckt sind. "Früher mussten wir die Gewinne noch in den Geschäften sammeln", erinnerten sich Sprecherin Gretel Keil und einige Mitstreiterinnen bei der Eröffnung. Seit einigen Jahren übernimmt die Volksbank Mittelhessen die Finanzierung.

Neuanfang in den 70er Jahren

Das Kinderfest zum großen jahrmarktlichen Treiben in Grünberg hat eine lange Tradition. Gallusmarkt und Juxplatz waren schon immer ein Anziehungspunkt für die jüngeren "Grimmicher". Aus dem Jahr 1938 ist von einem organisierten Kinderfest in der Gallusmarkt-Chronik zu lesen. Dabei gab es Wettspiele wie "Matteessen". Was in den Folgejahren veranstaltet wurde, ist nicht überliefert. Erst 1961 gibt es wieder eine Veranstaltung für die Nachkommen, wobei die Schausteller unter Federführung von Erwin Walldorf die Finanzierung übernahmen und Freifahrtkarten für die Karussells vergaben. In der nachfolgenden Zeit hatten die damalige Kindergartenleiterin Gertrud Schmidt und Grundschulrektor Heinrich Hoffmann die Organisation übernommen.

1972 gründete sich ein eigener Ausschuss in der Gallusmarkt-Kommission, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, das Kinderfest von Grund auf neu zu gestalten und ihm ein neues Gesicht zu geben. Im Laufe der Jahre kamen weitere Verantwortliche dazu und entwickelten das Fest weiter. Dazu gesellten sich einige Marktfrauen, die seit 1974 als Repräsentantinnen für den Gallusmarkt oder die Stadt fungieren. "Irgendwann kam es zur Namensgebung "Grimmicher Bobbekist", erinnern sich die Darstellerinnen am Freitag.

Die Eröffnung nahmen sie auch zum Anlass, den ehemaligen Ensemble-Mitgliedern Ursula Sämann, Gunde Faust, Bärbel Heil, Angelika Halbich, Ilka Schäfer, Ramona Berg, Sabine Kreuder und Anne Arnheiter zu danken. Lob erhielten zudem für die musikalische Unterstützung Birgit Kurmis, Ulrike Sgodda-Theiß und Matthias Seim mit seinem Orchester. Hervorgehoben wurden außerdem für Hilfe in zahlreicher Form die Familie Lebo, Michael Theiß, Thomas Siek sowie die Gallusmarkt-Kommission und die Werbeagentur Punctum.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare