In Blumengeschäften herrscht derzeit reger Betrieb. Monika Heidt hat in Langgöns alle Hände voll zu tun. FOTO: GECK
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In Blumengeschäften herrscht derzeit reger Betrieb. Monika Heidt hat in Langgöns alle Hände voll zu tun. FOTO: GECK

Blumen für die stillen Tage

  • Alexander Geck
    vonAlexander Geck
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Mit Allerheiligen und Allerseelen haben die Gedenktage begonnen. Auch der bevorstehende Volkstrauertag gehört wie der Totensonntag zu den sogenannten stillen Tagen, an denen man der Verstorbenen gedenkt. Grabschmuck spielt dabei eine wichtige Rolle.

Vielen Menschen ist es wichtig, an den stillen Feiertagen ein Blumengebinde auf dem Friedhof abzulegen. Für einen geliebten Verwandten oder einen guten Freund. Entsprechend rege ist seit gut drei Wochen der Betrieb in den örtlichen Blumenfachgeschäften.

Etwa am Montag in Langgöns. Monika Heidt hat zusammen mit ihren Mitarbeiterinnen alle Hände voll zu tun, um die vielen Kundenwünsche zu erfüllen. "Wir haben im Vorfeld sogar Sonderschichten eingelegt", sagt sie.

Grabgestecke stehen besonders hoch im Kurs. Da der Platz im Verkaufsraum nicht ausreicht, hat man im Hof eigens einen Unterstand mit den Kreationen bestückt. Kunden steuern diesen oftmals zielstrebig an, um aus den liebevoll gefertigten Gestecken das für sie passende auszusuchen. Auffällig ist, dass auch viele Auswärtige nach Langgöns kommen, um eines der Einzelstücke zu erstehen.

Überhaupt ist Individualität angesagt. Schließlich ist jede Form von Trauer oder Gedenken eine ganz persönliche Sache. Da können die Fachgeschäfte dank ihres direkten Kontaktes mit den Kunden punkten und spezielle Wünsche erfüllen, während es im Supermarkt eher Gestecke von der Stange gibt.

Das bestätigt Claudia Quack aus Krofdorf. Sie ist angesichts des durch Corona kränkelnden Tagesgeschäfts voll auf Risiko gegangen und hat "wie wild" vorproduziert. Mit Erfolg: Von den rund 100 Gestecken waren nur noch fünf übrig, so dass sie am vergangenen Wochenende nochmal nachgearbeitet hat.

Tendenziell werden die Gestecke kleiner, da es vermehrt Urnengräber gibt. In Krofdorf sogar ein sogenanntes Columbarium, also eine Urnenwand. Auch dafür bietet die Floristin Passendes an. So etwas gibt es eben nicht im Supermarkt oder beim Discounter.

Quack arbeitet vorzugsweise mit Holzbrettern als Grundlage, die jedoch dank des geschickten Arrangements nicht zu sehen sind. So entstehen kleine Landschaften, gewissermaßen pflanzliche Mikrokosmen. "Da hat jeder so seine eigene floristische Handschrift", sagt sie.

Auf das jetzige Geschäft mit dem Grabschmuck hat die Corona-Pandemie offensichtlich keine großen Auswirkungen. Heidt: "Im Vergleich zum Vorjahr läuft es ganz normal. Wie immer." Die vorläufige Nachfragespitze erwartet sie in der nächsten Woche, kurz vor Totensonntag.

Und betriebsam wird es wohl auch den Rest des Jahres weitergehen. Schließlich stehen der Advent und Weihnachten bald vor der Tür. So können die corona-geplagten Floristinnen zum Jahresende in finanzieller Hinsicht vermutlich wenigstens etwas Boden wieder gutmachen.

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