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Niederlassungsleiterin Vera Guderian (r.) führt ihre Gäste durch den Zustellungsstützpunkt und die Zustellbasis in Langgöns.

Ein Blick hinter die Kulissen

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Langgöns (dhe). Briefe und Pakete bekommt so ziemlich jeder und vor allem in den ländlichen Gebieten kennt man seinen Postboten meist sogar beim Namen. Doch was passiert eigentlich hinter den Kulissen? Was geschieht mit dem Brief, nachdem er im gelben Postkasten gelandet ist? Das ließen sich der ehemalige Bürgermeister von Langgöns, Horst Röhrig, und die Landrätin des Kreises Gießen, Anita Schneider, zeigen.

Vera Guderian, Niederlassungsleiterin, empfing ihre Gäste im Zustellungsstützpunkt (ZSP) und erklärte ihnen die Betriebsabläufe. In den vor drei Jahren eröffneten Hallen kommen jeden Morgen Briefe und Pakete an, die im Kreis Gießen zugestellt werden sollen, und werden sortiert. Das tun hier keine Maschinen, sondern Menschen. Die ordnen die Briefe so, dass der Zusteller sie sich direkt nehmen und in seinem Bezirk ausfahren kann.

Reine Briefträger gibt es allerdings kaum noch, erklärte Guderian. Denn die Zahlen der Briefe nehmen ab, während die der Pakete stetig steigen. Die Niederlassung legt daher ihren Fokus verstärkt auf den Verbund. Das bedeutet, dass Briefe und Pakete in einem Fahrzeug ausgefahren und zugestellt werden. Das ist insgesamt wirtschaftlich profitabler und spart gleichzeitig Kohlendioxid ein.

Vom ZSP ging es zu Fuß die Straße hinunter zu der mechanisierten Zustellbasis (MechZB). In dieser kommen die Pakete vom Paketzentrum sowie zurückgeschickte Sendungen zur Adressklärung an. In Zukunft wird die namensgebende Technik in die weitläufige Halle eingebaut: das mechanisierte System zur Paketsortierung. Außerdem befindet sich der "Info-Point" in der MechZB, Anlaufstelle aller Mitarbeiter, die Fragen, Probleme oder sonstige Anliegen haben. Auch die Fahrtrouten für die Zusteller werden hier erstellt.

Innovationen großes Thema

Zurzeit befindet sich eine App im Test, die unter anderem einen Plan für das Einräumen des Laderaums erstellt, sodass der Zusteller ohne langes Überlegen weiß, welches Paket er wo im Fahrzeug ablegen muss. Doch auch für den Kunden verspricht die Smartphone-Anwendung Vorteile: Sie erlaubt es, genau einsehen zu können, wann ein Paket ankommen wird und ermöglicht es, einen späteren Lieferzeitpunkt zu erbitten. Eine weitere Innovation, die bei der Führung besonderes Gesprächsthema war: Die "Streetscooter", die rein elektrisch laufenden Zustellfahrzeuge der Deutschen Post. Hin und wieder sieht man sie schon auf den Straßen. Künftig soll es aber noch mehr geben, sodass sie nach und nach die alten Wagen ersetzen. Es sei Ziel der Deutschen Post, bis 2050 kohlendioxidfrei zu arbeiten. Insgesamt 2681 Mitarbeiter, die fast 800 000 Haushalte bedienen, sind im Kreis Gießen tätig. Schneider freut sich daher, die Deutsche Post als Arbeitgeber vor Ort zu haben: "Ich schätze ihre Rolle für die Region und freue mich darüber, wie gut in der Zusammenarbeit alles funktioniert."

Guderian ist es wichtig, einen Betrieb zu leiten, in dem Menschen gerne arbeiten. "Ich möchte, wenn ich in ein paar Jahren in den Ruhestand gehe, eine Niederlassung hinterlassen, die in die Zukunft blickt." Ihr besonderer Dank galt dem ehemaligen Bürgermeister Röhrig, der den Bau der Geschäftsstelle im Langgönser Industriegebiet vor 22 Jahren erst ermöglichte. Der Landrätin wurde im Zuge der Besichtigung ein Scheck über 460 Euro, die von der Niederlassung für das Projekt "Erste Hilfe Buch" gespendet wurden, überreicht.

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