"Bittersüß" geht es weiter

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Am Sonntag heißt es Abschied nehmen von Belle Mélange. Das Frauenquartett gibt sein letztes Konzert im Licher Kino Traumstern. Doch das Ende ist auch ein Anfang. Denn weiter geht es "Bittersüß". Als Trio mit neuem Namen und dem Programm "Locker vom Hocker".

Seit zehn Jahren machen sie zusammen Musik: Theresa Heinz (Gesang), Vitalina Pucci (Piano), Polina Blüthgen (Querflöte) und Nadja Schneider (Cello). Was einst mit Chansons und Musik nach Georg Kreisler begann, hat sich mittlerweile zu mehr als einem Geheimtipp in der Region gewandelt. Schon einige Male war das Frauenquartett mit seiner Musikcomedy in Lich zu Gast, zuletzt im März bei den Licher Kulturtagen in der Brauerei. Doch mit Belle Mélange ist am Sonntag Schluss. Denn ist der letzte gemeinsame Auftritt mit Cellistin Schneider. Sie schlägt in ihrer Wahlheimat Bayreuth neue, spannende Wege ein. Die anderen wohnen in Lich, Wetzlar und Butzbach.

"Einfach als Belle Mélange weitermachen, das wollten wir auch nicht", sagt Theresa Heinz. "Das hat sich nicht richtig angefühlt." Eine neue Cellistin ins Boot zu holen, kam auch nicht infrage. "So sind wir kompakt und wir haben einen ähnlichen Lebensrhythmus", sagt Heinz mit Blick auf ihre anderen Jobs und ihr Privatleben. Der neue Name "Bittersüß" verbindet nun das Alte mit dem Neuem. Schließlich lautete der Untertitel von Belle Mélange "Die bittersüße Mischung".

"Mit Belle Mélange sind immer Chansons verbunden", sagt Sängerin Heinz. "So kann man uns jetzt nicht mehr in ein Genre pressen." Denn schließlich haben sie sich in den vergangen zehn Jahren weg von den reinen Chansons hin zu Parodien und eigenen Stücken entwickelt.

"Es kamen mehr Instrumente dazu und Theresa hat sich als eine fantastische Texterin erwiesen", erläutert Vitalina Pucci. "Anfangs war es gar nicht leicht, auch ins Kabarettistische zu gehen", erinnert sich Heinz. "Nach und nach haben wir uns getraut, immer frecher auf der Bühne zu werden." Heute sind die Parodien ein Markeneichen.

Aber nicht alles war in den vergangen zehn Jahren einfach. Da gab es beispielsweise blöde Kommentare von Frauen aus dem Publikum, als Heinz und Blüthgen schwanger auf der Bühne standen. "Als Frauengruppe hat man es generell schwieriger", fügt Pucci hinzu. "Wird ein Konzert wegen Krankheit abgesagt, verstehen das die Leute. Aber sagt man ein Konzert wegen Schwangerschaft ab, ist das schon was anderes."

"Was unglaublich schön war, waren die Reisen", erinnert sich Pucci, die wie die anderen Instrumentalistinnen eine klassische Musikausbildung hat. "Es gibt aber auch vor dem Konzert beim Schminken schon lustige Momente", berichtet Blüthgen. "Einmal haben sie auf Russisch auf mich eingeredet, aber keine hat gemerkt, dass ich gar nichts verstehe", erinnert sich Sängerin Heinz, die nicht wie die anderen drei aus der Ukraine, Weißrussland oder Russland kommt.

Aufregend wird es auch mit dem neuen Programm "Locker vom Hocker". "Wir arbeiten mit einer Regisseurin zusammen, es ist durchstrukturierter, aber lässt uns auch Raum, um unsere Spontanität zu erhalten", verrät Heinz. Es gibt Rollen mit entsprechenden Bühnennamen für das Trio, neue Lieder und eine neue Geschichte.

Beim ausverkauften Auftritt am Sonntag im Kino Traumstern in Lich heißt es allerdings noch einmal "Cherchez la femme - Was Mann wissen muss" - das vierte und letzte Programm von Belle Mélange. Und auch für die Zeit nach dem Konzert gibt es schon einen Plan: "Wir nutzen den Tag noch zum Proben." Wenn alles gut läuft, und die Pandemie keinen Strich durch die Rechnung macht, wird am 23. Januar die Premiere in Wölfersheim gefeiert.

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