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Ekkehardt Löw während seines Vortrags. FOTO: MO

Zwischen Höllgarten und Hungerberg

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Biebertal(mo). Die SPD Frankenbach hatte zum erneuten Frankenbacher Augenblick eingeladen, eine Veranstaltungsreihe, die mit kreativen Inhalten gefüllt ist. Thomas Pochazka, der dafür Verantwortung trägt, hieß mehr als 20 Besucher aus den Biebertaler Ortsteilen willkommen. Er nutzte die Begrüßung, um kurz auf die Ereignisse in Hanau einzugehen und fragte: "Was können wir tun, um dem Hass, der Verblendung und den wirren Ideen von Menschen entgegegen zu treten?"

Ekkehardt Löw, langjähriger Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins Frankenbach und ein Heimatforscher, der besonderen Art, war als Referent zum Thema "Frankenbacher Flurnamen" im Zusammenhang mit dem geheimnisvollen Dünsberggrund eingeladen und berichtete von seinen Recherchen zu Namen und Begriffen, die dadurch eine neue Bedeutung für die Zuhörer erhielten.

Schweden wüten in Königsberg

Der Höllgarten - auch Hellgarten oder Heiliger Garten - war wohl ein heimlicher Treffpunkt der heidnischen Germanen. Der Begriff vor dem Niesenberg könnte auf die Pflanze Nieswurz zurückzuführen sein. Der Name Rißgrund oder auch Riestergrund könnte zum Riestern/Rösten, also zur Flachstrocknung vor der Weiterverwendung gedient haben. Am Hungerberg sind nicht die Römer von den Germanen eingeschlossen worden, wie gern behauptet wird, es handelt sich hier eher um ein Gelände, mit schlechtem Wachstum. Am Todmal, abgeleitet von "Tuitmal", fanden Volksversammlungen der Germanen zur Klärung von Rechtsstreitigkeiten statt. Beim Kammerlo/n handelte es sich um eine fürstliche Abrechnungsstelle des Fürsten zu Solms Lich für die zehntpflichtigen Siedler im Dünsberggrund.

Weitere geheimnisvolle Begriffe wurden vom Referenten erläutert, bevor er Näheres zur Gemeinde Königsberg weitergab. Königsberg wurde schon 1260 urkundlich erwähnt und besaß ab 1500 Stadtrechte. 1647, ein Jahr vor Ende des 30-jährigen Krieges, wüteten die Schweden dort und zerstörten die Burg und die Hälfte der Häuser. Bis dahin war die Stadtmauer noch intakt. Der Ort hat eine aufregend lange Geschichte, bis er 1970 Teil der Großgemeinde Biebertal wurde.

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