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Zweite Waldgruppe ab Sommer 2022

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Von: Rüdiger Soßdorf

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Der Waldkindergarten Rodheim erfreut sich großer Beliebtheit. ARCHIVFOTO: MO © Red

Biebertal (so). Die Gemeindevertreter waren sich einig, zuckten auch nicht angesichts der (vergleichsweise geringen) Kosten: In Rodheim wird zum nächsten Sommer eine zweite Waldkita-Gruppe aufgemacht. Das hat die Gemeindevertretung unter Vorsitz von Elke Lepper dieser Tage in großer Einigkeit ganz so beschlossen, wie es der Sozialausschuss bereits vorbereitet und empfohlen hatte.

Denn die Nachfrage ist groß, der Druck der Eltern ist da. Zum einen wird gezielt nach Betreuung im Wald gefragt, weil das dahinterstehende pädagogische Konzept für gut befunden wird und eventuell schon ältere Geschwisterkinder in der seit 2018 laufenden Waldkita im Hermestal betreut werden. Dann ist der Wunsch von Familien schon allein aus logistischen Gründen nachvollziehbar, ihr jüngeres Kind ebenfalls in der Waldgruppe betreuen zu lassen. Der Elternwunsch spiele bei der Form der Betreuung eine zentrale Rolle, sagt der Fraktionssprecher der Grünen in der Gemeindevertretung, Siegfried Gröf.

Zum anderen fehlen in der Gemeinde nach wie vor Betreuungsplätze. Die vornehmlich zwar im Kleinkindbereich unter drei Jahren - aber eben auch für ältere Kinder. In die Waldkita können Kinder ab zweieinhalb Jahren gehen. Bei der Gemeinde wird längst eine weiter wachsende Warteliste geführt.

Im Sozialausschuss sprach Anke Stahl (Sozialverwaltung der Gemeinde) vor einigen Tagen von allein 14 Kindern, für die als Erstwunsch eine Betreuung im Wald angegeben ist.

Wieder mit Bauwagen

Konkret wird der Waldkindergarten nahe Rodheim im kommenden Jahr um eine zweite Gruppe erweitert, sodass mit dem neuen Kindergartenjahr ab Spätsommer rund 40 Plätze in zwei Gruppen zur Verfügung stehen. Die bisherige Waldgruppe nahe Rodheim wurde in Trägerschaft der Gemeinde im August 2018 mit Platz für 20 Kinder eröffnet.

Doch seit etwa einem Dreivierteljahr ist die Waldkita überbelegt. Dort werden mittlerweile 30 Kinder betreut. Der Betrieb läuft mit einer Ausnahmegenehmigung. Möglich ist dies, weil neben dem Bauwagen als »Notunterkunft« derzeit das nahe gelegene Faustballgelände im Hermestal genutzt werden kann. Zahlreiche Eltern hatten sich im Sommer mit einer Petition an die Gemeinde gewandt und sich für den Ausbau des Angebots stark gemacht.

Rund 65 000 Euro werden im kommenden Haushalt für einen zweiten Bauwagen als Unterkunft eingestellt. Für die Erweiterung der Waldkita um die zweite Gruppe werden zwei zusätzliche Fachkräfte gebraucht. Dafür sind rund 93 000 Euro Personalkosten eingeplant. Die organisatorische und pädagogische Leitung bleibt die bekannte.

Noch nicht abschließend geklärt ist die Frage, wie der Engpass in Fellingshausen zu lösen ist. Denn auch dort fehlen Plätze in der Kita »Fuchsbau«, die von der evangelischen Kirche betrieben wird. Kirche und Rathaus sind im Gespräch hinsichtlich weiterer Räume, die notwendig sind. Als Option im Raum stand zudem der Neubau einer weiteren Kita. Denn mit der Besiedlung des kommenden Baugebiets »Dreispitz III« und dem Zuzug weiterer junger Familien wird der Druck nochmals steigen.

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