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Hessens Landwirtschaft blüht für Bienen: (v.l.) Frank Willershäuser, Jörg Mandler (Kinzenbach) und Manfred Paul inmitten eines Blumenfeldes.

Zusätzliche Nahrung für Bienen und andere Insekten

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Biebertal (se). Eine Vorreiterrolle nimmt die Region an Lahn und Dill im Rahmen der Initiative "Hessens Landwirtschaft blüht für Bienen - Landwirte und Imker sind Partner" ein. Auch in diesem Jahr haben die Landwirte im Gebiet des Bauernverbandes Gießen/Wetzlar/Dill "mit überwältigender Beteiligung", wie der Verband mitteilte, "Blühflächen als Nahrung und Lebensraum , für Bienen und Insekten" angelegt. Jetzt informierten der Vorsitzende Manfred Paul und Geschäftsführer Hans-Martin Sames in Rodheim-Bieber auf dem landwirtschaftlichen Betrieb von Frank Willershäuser über diese Initiative, die nun ins dritte Jahr gegangen ist.

Willershäuser hat Blühstreifen in der Größenordnung von zwölf Hektar angelegt, Jörg Mandler aus Kinzenbach, der ebenfalls dabei war, deren fünf. Der KBV-Vorsitzende hob hervor, dass die heimischen Bauern erneut einen großen Beitrag zum Erhalt und Verbesserung der Artenvielfalt leisten.

Nach dem blütenreichen Frühjahr und Frühsommer mit Raps und Obstbäumen geht das Nahrungsangebot für die Bienen im Hoch- und Spätsommer drastisch zurück. Dabei benötigen Wildbienen und andere Insekten gerade in dieser Zeit viel Nahrung, um sich für den bevorstehenden Winter zu wappnen. Mit dem Anlegen von Blühstreifen leisten die heimischen Landwirte einen wichtigen Beitrag, diese Nahrungslücke zu schließen.

Vielfalt an Pflanzen und Tieren

Um ihre Landwirte dabei zu unterstützen, stellt der Bauernverband das Saatgut für die Blühstreifen zur Verfügung. Die Saatgutmischung enthält Samen von 16 verschiedenen Pflanzen - vom Dill über Futtererbse, Phacelia, Ringelblume, Sonnenblume bis hin zum Weißklee. Bei der Auswahl der Samen wurde darauf geachtet, dass die Insekten ihren Bedarf durchgängig decken können. 2017, im ersten Jahr dieser Initiative, wurden an Lahn und Dill 350 Kilogramm von diesem Saatgut an Landwirte ausgegeben, im letzten Jahr immerhin schon 1400 und in diesem bereits 3760 Kilogramm. Damit können mit 376 Hektar fast dreimal soviel Blühflächen angelegt werden wie vor einem Jahr.

Durch Anlegen dieser Blühstreifen wird auch ein Synergieeffekt erzeugt. So werde der Bienenbestand erhöht, die Bienen bestäuben dann im Folgejahr den Raps und andere Pflanzen. Andere Insekten, Schmetterlinge und Spinnen sind ebenfalls zu finden, auch Vögel, denen die Samen der Pflanzen und die Insekten als Nahrung dienen. Auch Hasen und Rehe können in größeren Blühstreifen ansiedeln.

Die Saatgutmischung wird aber nicht nur an Landwirte abgegeben, sondern in kleineren Mengen (zum Beispiel bei Hoffesten) auch an Privatpersonen. Diese können ebenfalls zu einer Verbesserung der Artenvielfalt beitragen und werden durch einen Aufdruck auf der Saatguttüte aufgefordert: "Säe ein Stück Heimat".

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