Wohin entwickelt sich Biebertal?

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Biebertal (so). Wohin entwickeln sich die Biebertal -Dörfer perspektivisch? Welche Infrastruktur gibt es wo? Wo wird wie gebaut? Wie werden vorhandene oder potenzielle Leerstände in den Dörfern mit Leben gefüllt? Diese und weitere Fragen können im Dorferneuerungsprozess eruiert und bearbeitet werden.

Gudrun Müller-Mollenhauer vom Amt für den ländlichen Raum stellte am Mittwoch den Vertretern der kommunalen Gremien einschließlich der Ortsbeiräte vor, welche Chancen und Perspektiven sich da für eine Kommune als Ganzes und eben mikrolokal im Dorf ergeben. Letztlich setzt Dorferneuerung auf (Wieder-)Belebung der Ortskerne, priorisiert Innen- vor einer Außenentwicklung und bietet eine Reihe von Möglichkeiten für Privatleute. Denn verbunden sind damit Möglichkeiten, Zuschüsse zu generieren.

Wobei eine erste Aussprache in den Reihen der Kommunalpolitiker auch aufzeigte, dass es durchaus anders gelagerte Interessen gibt. Denn da besteht lokal sehr wohl Interesse, hier oder da am Dorfrand ein paar Bauplätze für die lokale Nachfrage auszuweisen. Da gilt es zu klären, inwieweit dies mit den Zielvorstellungen eines Entwicklungskonzepts zu harmonisieren ist. Bürgermeisterin Patricia Ortmann zeigt sich nach dem Mittwochabend jedoch guten Mutes, dass dies gelingen kann, wenn Biebertal den Antrag auf Aufnahme in die Dorferneuerung stellt.

Wesentlich konkreter ist es schon bei der Entwicklung des künftigen Baugebietes in Fellingshausen, dem dritten Abschnitt "Auf der Dreispitz". Da sind die Kommunalpolitiker gefordert, Vorstellungen und Ideen zu entwickeln, was man dort etablieren will: Klassisch-konservativ Ein- und Zweifamilienhäuser - oder will man neue Wege beschreiten und zukunftsgerichtete Wohnformen ermöglichen für eine "Siedlung der Zukunft"? Mehrgenerationen-Wohnen etwa, klimaneutrales Bauen oder Sozialer Wohnungsbau? Herrscht darüber Klarheit, dann kann das in ein weiteres Bebauungsplanverfahren eingebracht werden.

Der Prozess ist jetzt angestoßen, doch auch da sind noch viele Fragen offen, wie die Beratung am Mittwoch im Bauausschuss zeigte, als etwa der Vorsitzende Purrucker erhebliche Bedenken hinsichtlich der Begrünung von Dächern äußerte und darin einen zu weit reichenden Eingriff in die individuellen Gestaltungsvorstellungen von Bauherren sah. Weitere Ideen und Überlegungen zielen ab auf klimaneutrale Energieversorgung oder das Vorhalten von Carsharings-Flächen im Rahmen eines Mobilitätskonzepts. Die Kritierien bleiben in Arbeit.

Parallel dazu wird an einem Interessenbekundungsverfahren gearbeitet: Denn die Umsetzung des Gebiets soll nicht durch die Gemeinde, sondern einen Erschließungsträger erfolgen.

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