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So sieht der Berghof heute aus.

Wo einst Rudolf Schock einkehrte

  • vonKlaus Waldschmidt
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Biebertal (ws). Im September 1973 legte der damals weltbekannte Tenor Rudolf Schock während einer achttägigen Wandertour von Fischelbach bei Laasphe über Braunfels, Wetzlar, Biebertal, Gladenbach und Biedenkopf bei Berghof-Wirtin Gretel Reeh eine Rast ein und posierte mit ihr für ein Erinnerungsfoto. Gretel Reeh erhielt auch ein Dankschreiben von Schock.

Darin schrieb er, dass er und seine Mitwanderer noch »sehr, sehr gerne an die herrlichen Stunden in ihrem Hause zurückdenken und für die freundliche Aufnahme danken«.

Der Berghof Reehmühle in Königsberg war seinerzeit ein überaus beliebtes Restaurant mit herrlichem Panorama, Kulinarik und Flair sowie Pendant zur Reehmühle in Bieber unten im Tal.

Bunte Außenwände

Hans und Gretel Reeh hatten den Berghof neben der renommierten Reehmühle im Tal 1968 eröffnet. Elke Lepper aus Königsberg hat in ihrer Sammlung Postkarten, die die Entwicklung des Hauses in der Bergstraße 47 eindrucksvoll dokumentieren. Von 1965 an war dort ein Café-Restaurant mit dem Namen Haus Königsberg mit Kutscherklause untergebracht. Anschließend wurde die Gaststätte vom Italiener Palumbo bewirtschaftet. Oswald Lepper erinnert sich, dass beim Italiener der Männerchor des Gesangvereins Liederfreund Königsberg zu Gast war und die leckeren Hähnchen verzehrte.

Kennzeichnend für den Berghof waren die Gemälde und die Gestaltung an den Außenwänden. Neben der Reehmühle war der Berghof in der Region eine der ersten Adressen in punkto Kulinarik und Gemütlichkeit. Dazu gehörte der später zu einem weiteren Gastraum mit Kamin ausgestattete Wintergarten, der ehedem als offene Terrasse konzipiert war. Der anschließende Außenbereich war kunstvoll gestaltet. Viele Königsberger waren bei Wirtin Gretel zu Gast. So trafen sich die »Kumpels aus Königsberg« regelmäßig zu ihrem Stammtisch. Dazu gehörten Hermann Krauskopf, Gerhard Weber, Walter Sack, Willi Hampel, Albert Geller, Adolf Lepper und Theo Krauskopf. Drei von ihnen hatten eine Zeitlang unter Tage gearbeitet, einer hatte im Ruhrpott geschafft und die anderen kannten den Bergbau aus ihren Kinderjahren. In Königberg gab es früher zwei Gruben. Der Berghof Reehmühle war zudem wegen seiner landschaftlich reizvollen Lage zu allen Jahreszeiten immer ein beliebtes Domizil für Gäste aus nah und fern.

1974 starb der letzte Müller der Reehmühle im Tal, Hans Reeh. Ein Vierteljahrhundert später Ende 2000 schloss dann auch der renommierte Berghof seine Pforten. Das Haus wurde vom Ärzteehepaar Runkel übernommen. Es wurde jüngst renoviert und erstrahlt an der Bergstraße in neuem Glanz.

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