Werbung für Solarpark

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Biebertal(pm). Im Rahmen der Biebertaler Gespräche der SPD referierte Uwe Kühn, Vorsitzender der Energiegenossenschaft Sonnenland eG mit Sitz in Buseck, im großen Saal des Bürgerhauses Frankenbach über Chancen für Photovoltaik in Biebertal. Sein Fazit: "Wenn in Biebertal weiter so wenig getan wird, zahlen die Bürger die EEG-Umlage an die Bewohner anderer Kommunen, in denen Strom aus erneuerbaren Energiequellen produziert wird!"

SPD-Fraktionsvorsitzender Thomas Prochazka wies in seiner Begrüßung auf die Vorteile der Stromproduktion vor Ort mit Hilfe der Photovoltaik hin. Photovoltaik-Strom habe inzwischen einen Anteil von acht Prozent an der Stromerzeugung in der Bundesrepublik. Sie sei eine wichtige Komponente für eine nachhaltige Entwicklung in Europa und sollte dies auch in Biebertal sein. Es sei aus Sicht einer ökonomischen Nachhaltigkeit sinnvoller, den Strom vor Ort zu produzieren, als etwa Erdgas aus Russland oder Kohle aus Australien zu importieren. Photovoltaik sei zudem unschädlich für die Gesundheit. Strom aus Photovoltaik sei nach rund zwei Betriebsjahren CO2 neutral und diene damit dem Klimaschutz.

Kühn stellte zunächst kurz die Energiegenossenschaft Sonnenland eG vor. Diese betreibt im Kreis Gießen zahlreiche Photovoltaik-Dachanlagen, so auch auf dem Dach des Bürgerhauses Frankenbach. In den vergangenen Jahren sind auch mehrere Solarparks hinzugekommen. An allen Anlagen können sich Bürger als Mitglieder der Genossenschaft beteiligen und damit zu lokaler Wertschöpfung beitragen.

Ein Solarpark könnte auch in der Nähe Frankenbachs entstehen. Im Teilregionalplan Energie sei ein potenzielles Gebiet an der Straße nach Erda aufgeführt, das zudem in der Nähe einer Anschlussmöglichkeit liege und rechnerisch rund 40 Prozent der Biebertaler Haushalte mit Strom versorgen könnte, so die Einschätzung des Experten. Möglich sei Photovoltaik dort, weil im vergangenen Jahr eine hessische Öffnungsklausel für Kommunen gültig geworden sei, die es zulasse, landwirtschaftliche Nutzflächen in sogenannten "benachteiligten landwirtschaftlichen Gebieten" für Photovoltaik-Freiflächenanlagen zu nutzen. Zu diesen Kommunen gehöre auch Biebertal.

Die Zuhörer waren von der Möglichkeit einer PV-Freiflächenanlage in Biebertal sichtlich angetan. Allerdings wurde auch deutlich, dass es für eine bessere Einschätzung und Bewertung des Standortes in Frankenbach oder möglicher Standortalternativen genauerer Vorplanungen bedürfe. Wolfgang Lenz, der für die SPD-Fraktion sprach, verwies darauf, dass entsprechende Mittel im Gemeindehaushalt 2020 zur Verfügung stünden und forderte den Gemeindevorstand auf, tätig zu werden.

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