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Leo Meier mit weiblichem Warzenbeißer, erkennbar an der Legeröhre.

Der Warzenbeißer zirpt noch

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Biebertal (tma). Die mageren Wiesen am Frankenbacher Sportplatz waren am Samstag Ziel einer Exkursion unter dem Thema "Luftsprünge im Gras". Leo Meier von der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) brachte den Teilnehmern die Lebensweise der Heuschrecken näher. "Heuschrecken bringen nur eine Generation pro Jahr hervor, im Frühjahr schlüpfen sie aus den Eiern, durchlaufen mehrere Larvenstadien und sind dann im Sommer erwachsen", erklärte der Referent. Die Eier werden entweder in den Boden gelegt oder in Pflanzenstengel. "Gerade Randbereiche und Saumstrukturen sollten deshalb nicht so oft oder nicht in jedem Jahr gemulcht werden, damit der Nachwuchs für das kommende Jahr gesichert ist", riet Meier. Er warb dafür, Altgrasstreifen bei der Mahd von Wiesen an wechselnden Stellen stehen zu lassen - eine kostengünstige und effektive Schutzmaßnahme, von der nicht nur Heuschrecken enorm profitieren.

Zwei Unterordnungen lassen sich unterscheiden: Langfühlerschrecken, wie etwa das bekannte Große Heupferd, und Kurzfühlerschrecken, zu denen die Grashüpfer gehören. "Die Farbe des Tiers eignet sich nicht als Bestimmungsmerkmal", so Meier. Man müsse manchmal schon genauer hinschauen, um die Art bestimmen zu können. Allerdings machen es einem die Lautäußerungen durchaus leicht: Ähnlich wie bei den Vögeln lassen sich viele Heuschrecken an ihrem "Gesang" identifizieren. Um diesen zu erzeugen, werden entweder die Flügel gegeneinander oder Beine an den Flügeln gerieben.

Das Konzert aus der Wiese wurde von den häufigen Arten Nachtigall-Grashüpfer und Roesels Beißschrecke dominiert. Die Gruppe fand aber auch Wiesen- und Heidegrashüpfer, Große Goldschrecke sowie die Gewöhnliche Strauchschrecke.

Eine Besonderheit ist der mittlerweile selten gewordene Warzenbeißer. Diese recht große Heuschrecke ist in Frankenbach noch gut vertreten. Seinen Namen hat das Tier von dem früheren Glauben, sein Biss würde Warzen heilen. Warzenbeißer besiedeln eher magere sowohl trockene als auch feuchte Wiesen, reagieren aber empfindlich auf Umweltveränderungen. Wo genau er in Hessen noch vorkommt, versucht das Netzwerk Heuschrecken in den kommenden Jahren herauszufinden.

Über die Verbreitung und Häufigkeit von Heuschrecken sei recht wenig bekannt, zumal südeuropäische Arten einwandern. "Die Rote Liste der Heuschrecken ist veraltet und wir wollen einen Verbreitungsatlas erstellen", sagte Meier über die Kooperation der HGON mit der Hessischen Landesanstalt für Naturschutz, Umwelt und Geologie. An der nötigen Datensammlung dafür könne sich jeder beteiligen. Weitere Informationen unter www.heuschrecken-hessen.de.

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