Warten auf Zahlen und Pläne

  • Rüdiger Soßdorf
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Biebertal(so). Es scheint ein wenig zu stolpern bei dem größten Projekt, das derzeit in Biebertal aufs Gleis gesetzt ist: Die Vorstellung aktualisierter Bau- und Zeitpläne und vor allem Zahlen für den projektierten Neubau von Bauhof und Feuerwehrstützpunkt nahe der Rodheimer Sporthalle war eigentlich für den zurückliegenden Mittwoch terminiert.

Doch die dafür anberaumte gemeinsame Sitzung von Bauausschuss und Haupt- und Finanzausschuss wurde abgesagt. Die erwarteten Zahlen und Informationen des Planungsbüros, die erwartet wurden, um die Genehmigungsplanung für das derzeit mit 9,75 Millionen Euro kalkulierte Vorhaben auf den Weg zu bringen, lagen nicht vor. Das soll jetzt laut Bürgermeisterin Patricia Ortmann in der ersten Januarhälfte erfolgen.

Am kommenden Mittwoch wird das Thema in der Sitzung der Gemeindevertretung aufgerufen. Dazu liegen zwei Anfragen respektive kommentierende Stellungnahmen der Fraktionen von CDU und Freien Wählern vor. In beiden wird auf etwaige Änderungen in der Planung der Dachkonstruktion abgezielt. Dies scheint ursächlich dafür, dass sich der Planungsprozess um ein paar Tage verzögert.

Bei dem für Biebertal wichtigen Thema des Neubaues von Bauhof und Feuerwehr vergehe viel Zeit, ohne dass bisher ein Spatenstich erfolgt ist, beklagt CDU-Fraktionsvorsitzender Thorsten Cramer. Auch die Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Inge Mohr, zeigt sich "unglücklich, dass das alles so lange dauert".

Wenn es Überlegungen gebe, Änderungen an der Dachkonstruktion vorzunehmen, die einen tiefen Eingriff in die bestehende, bereits abgeschlossene Planung darstellten, befürchtet die CDU Kostensteigerungen und Auswirkungen auf die Planung und die Bauausführung. Die CDU-Fraktion, so Cramer, stehe seit Jahren hinter dem Projekt..

Anfragen von FW und CDU

Auch Inge Mohr von den Freien Wählern will wissen, wann im Gemeindevorstand beschlossen worden sei, auf Pultdächer und Fotovoltaik zu verzichten und ein Flachdach bei der Feuerwehr und dem Bauhof-Funktionsgebäude anzubringen.

Zudem fragen die Freien Wähler, ob diese Änderung mit dem Ministerium abgestimmt worden sei. Immerhin werden aus Wiesbaden für den Feuerwehr-Neubau knapp 400 000 Euro Zuschuss erwartet. Zudem fragen die Freien Wähler nach einem Kostenvergleich zwischen einem Stahlbetondach und einer Zimmermannskonstruktion für ein Pultdach bei dem Feuerwehrgebäude.

Wie Mohr erläutert, haben die Freien Wähler bereits in den ersten Wochen des Jahres 2018 Ideen, Anregungen und Vorstellungen eingebracht. Auch die Dachform sei klar definiert gewesen: Pultdächer mit der Möglichkeit, Fotovoltaik anzubringen. Ganz so wie es die Gemeinde auch privaten Bauherren anrate beziehungsweise vorschreibe. Die FW hätten ihre Anregungen bis Anfang Januar 2018 fristgerecht abgeliefert. Hätten da viel Energie und Arbeit investiert. Zwischenzeitlich sei die Bauhofplanung vervollständigt worden.

Mohr: "Jetzt warten wir auf Zahlen und Fakten. Warum immer mindestens ein Jahr ins Land geht, bis Planungsfortschritte erkennbar werden, kann ich nicht erklären". Die ehrenamtlichen Mandatsträger seien sich ihrer Sache sicher, sagt Inge Mohr.

Sie stellt sich schützend vor die Freien Wähler. Und stellt für ihre Fraktion klar: "Da wir von Anfang an klare Vorstellungen bezüglich der Festlegung eines Kostenrahmens und der Dachform hatten, müssen wir jetzt nicht erneut über die Dachform diskutieren". Der Planer habe einen klaren Auftrag. Ein Flachdach habe man nicht gewollt, stattdessen ein Pultdach. Ganz so, wie es dann auch auf Plänen vom April 2018 Eingang gefunden hätte. Seitdem habe man von gravierenden Änderungen des Daches keine Kenntnis erhalten.

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