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Setzen sich gemeinsam für Feuersalamander ein: (v. l.) Hartmut Rücker, Heidi Steiger, Patricia Ortmann, Laura Jung, Dorothea Schöneck und Hans-Peter Ziemek.

Viele Feuersalamander in Rodheim

  • vonKlaus Moos
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Biebertal (mo). Radfahrern, die gerne den Bornweg zwischen Rodheim und Bieber nutzen, kann es jetzt passieren, dass sich ihnen plötzlich eine rote Schranke in den Weg stellt, die das Weiterfahren behindert. Denn auf einer Teilstrecke von etwa 250 Metern wird der Bornweg in warmen Regennächten gesperrt. Grund dafür ist die hier starke Population von Feuersalamandern.

Von Naturschützern und Mitarbeitern des Uni-Instituts für Biologiedidaktik wurden in einer Nacht in diesem Bereich über 150 Feuersalamander gezählt. Da die Tiere auf ihre gelbe Warnfarbe vertrauen, bleiben sie, sobald sich ein Fahrrad nähert, ruhig sitzen, was immer wieder Tieren zum Verhängnis wird. Hartmut Rücker, Mitglied des Naturschutzbundes, dazu Jäger und Jagdpächter, wurde auf die starke Feuersalamander-Population aufmerksam. Er stieß die Schutzaktion an und wird auch für das Schließen und Öffnen der Schranken verantwortlich sein. Er konnte auch Bürgermeisterin Patricia Ortmann und Biebertals Umweltbeauftragte Heidi Steiger für den Schutz der Feuersalamander gewinnen.

Daraufhin wurde durch Mitarbeit von Prof. Hans-Peter Ziemek vom Institut für Biologiedidaktik eine Arbeitsgruppe erstellt, die sich nun um die Biebertaler Feuersalamander kümmert. Wer Beobachtungen zu diesen Tieren macht, wird gebeten, eine Mail an helfen@feuersalamander-hessen.de zu senden.

Die nächtlichen Sperren werden bis in den Herbst hinein nur in den Regennächten durchgeführt, da die Feuersalamander dann den Weg, der sich tagsüber aufgewärmt hat, zur Paarung und zur Jagd aktiv aufsuchen. Es wurden dort auch Erdkröten, Grasfrösche und Molche beobachtet.

Für die Zeit der Sperrung können Radfahrer den Radweg entlang der Straße von Rodheim nach Bieber nutzen. Die montierten Schranken wurden von der Gemeinde Biebertal finanziert.

Feuersalamander sind als erwachsene Tiere weitgehend unabhängig von Oberflächengewässern und führen ein verborgenes Dasein in Nischen und Höhlen, unter Totholz, flachen Steinen, zwischen Felsblöcken und im Lückensystem des Bodens.

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