Verunsicherung in der Sternschnuppe

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Biebertal (pm/so). Rund zwei Millionen Euro gibt die Gemeinde Biebertal jährlich für ihre Kindergärten aus - und muss zudem stetig am Ausbau des Betreuungsangebots arbeiten. Vor allem für Kinder unter drei Jahren reichen die Plätze nicht. Bis zum Kindergartenjahr 2020/2021 sollen bis zu 31 weitere Kita-Plätze "U3" geschaffen werden. Das hat Bürgermeisterin Patricia Ortmann am vergangenen Freitag in der Bürgerversammlung angekündigt. Und zugleich darauf verwiesen, dass auch die Zukunft der bislang von einem Elternverein getragenen Sternschnuppe in Rodheim-Bieber bei ihr oben auf der Agenda steht.

Denn die Sternschnuppe hat bei der Gemeinde angefragt, ob diese als Träger einsteigt. Der Grund: Steigende Kosten, sinkendes Eltern-Engagement.. Einen Einstieg der Gemeinde begrüßen auch SPD und Grüne. Auch Bürgermeisterin Patricia Ortmann steht dahinter; in der Verwaltung werden die Vorbereitungen dafür getroffen.

Freie Wähler und CDU haben jedoch mit ihrer Mehrheit in der Gemeindevertretung beschlossen, vorrangig sondieren zu lassen. ob sich nicht ein anderer Träger engagiert. Erst wenn dies nicht klappt, sollte die Gemeinde in die Verantwortung gehen.

Denn eine Schließung der Sternschnuppe nach bald 30 Jahren wäre schlecht - dies eben auch, weil die Betreuungsplätze dringend gebraucht werden. So wird darüber nachgedacht, in der Sternschnuppe eine zweite Gruppe zu bilden.

Bereits Anfang des Jahres gibt es Gespräche und Verhandlungen der Sternschnuppe mit der Gemeinde bezüglich der Übernahme der Trägerschaft.

Elternverein in Sorge

Die Überlegungen der FW/CDU-Koalition hinsichtlich einer anderen Trägerschaft als die der Gemeinde führten nicht nur in der Elternschaft sondern auch aufseiten der Erzieherinnen der Kindergruppe zu großer Unsicherheit, meldet sich aktuell der Vorstand der Sternschnuppe zu Wort. Besonders die hohe zeitliche Belastung der ehrenamtlich tätigen Vorstandsmitglieder der Sternschnuppe sowie das zunehmende Gefühl, keinerlei Einfluss auf die Entscheidungen zu haben, machten dem Verein aktuell zu schaffen. Und werfen eine Reihe von Fragen auf: Wie sieht es mit dem bisher ausgearbeiteten Übernahmevertrag an die Gemeinde aus? Hat dieser überhaupt Bestand oder ist dieser nun mit der Suche nach weiteren freien Trägern hinfällig? Sollte es doch zu einer Übernahme der Trägerschaft durch die Gemeinde kommen, ist der zeitliche Rahmen wie im Übergabevertrag vorgesehen überhaupt noch realistisch?

Trotz des allgemeinen Konsens, dass eine Schließung der Kindergruppe keinesfalls erfolgen sollte, zumal die U3-Plätze in Biebertal dringend benötigt werden, müsse man den Tatsachen ins Auge blicken. Aktuell werde der jetzige Vorstand seine Arbeit noch bis Ende des Jahres fortsetzen, teilt der Verein mit.

Sollte bis dahin keine Überleitung an einen anderen Träger erfolgt sein, stehe der Verein trotz aller Bemühungen vor dem Aus. Um dies zu verhindern, sei eine klare und vor allem zeitnahe Entscheidung der Gemeinde unabdingbar. Das nächste Mal wird das Thema in der Sozialausschuss-Sitzung der Gemeinde am 29. August aufgerufen.

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