Vergabekriterien für Bauland

  • Rüdiger Soßdorf
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Biebertal (so). Nach welchen Kriterien die kommenden rund 50 Bauplätze in Fellingshausen vergeben werden sollen, ist immer noch nicht geklärt: Die Fachausschüsse der Gemeindevertretung haben sich zwar jüngst damit befasst. Aber auch der Hauptausschuss hat am Mittwoch keine Empfehlung abgegeben. Die Sache bleibt im Geschäftsgang.

Rund 200 Namen umfasst die Liste derer, die in einem der Biebertaldörfer ein Grundstück suchen. Also rund viermal so viele Interessenten wie Plätze. Vor wenigen Monaten waren es sogar noch mehr Bewerber. Die Liste wurde mittlerweile überarbeitet - und um all jene »ärmer«, die vom Neubau in Biebertal Abstand nehmen, weil sie sich anders entschieden oder umorientiert haben. Rund 80 Prozent der Interessenten seien Biebertaler, sagt Bürgermeisterin Patricia Ortmann.

Und jene sollen - so wollen es die Freien Wähler - bevorzugt bei der Zuteilung der Bauplätze behandelt werden. Im Herbst schon hatten die FW um Inge Mohr den Wunsch nach Vergabekriterien deutlich gemacht. Jetzt liegt ein sehr ausdifferenziertes Diskussionspapier dazu vor. Etliche Faktoren sollen eine Rolle spielen und in ein Punktesystem münden: Der Familienstand, ob man bereits Immobilienbesitz in der Gemeinde hat, ob man sich ehrenamtlich - etwa in der Feuerwehr - engagiert. Und eben, ob man Biebertaler ist oder enge Beziehungen in die Gemeinde hat. Just dieser »Biebertaler first«-Ansatz hatte im Herbst für Kritik aus anderen Fraktionen gesorgt. Mit Verweis darauf, dass man als junge, familienfreundliche Gemeinde auch des Zuzugs von außerhalb bedürfe.

Eigene Bürger sollen profitieren

»Wir müssen die Liste sortieren«, fordert nach wie vor Inge Mohr. Denn das Bauland in Fellingshausen auf der Dreispitz wird auf absehbare Zeit das letzte sein, das in Biebertal aufgelegt wird. Mit dem wertvollen Land solle sorgsam umgegangen werden - und zwar so, »dass unsere eigenen Bürger profitieren«. »Die Biebertaler stellen ihr Ackerland zur Verfügung und müssen zusätzliche Verkehrsbelastungen ertragen. Von daher wollen wir, dass sie jetzt auch zum Zuge kommen«, sagt Mohr. Kriterien gab es seit Mitte der 90er Jahre für die Baugebiete »Dreispitz« in Fellingshausen und »Oberhalb der Waldmühle« in Rodheim-Bieber. Seit 2008 dann aber nicht mehr.

Zurückhaltend bis ablehnend sind derweil die Signale der anderen: Die Grünen erinnern daran, dass es eine Bewerberliste gibt, chronologisch nach Eingang sortiert. Und Peter Pilger (SPD) legt nach: »Neue Vergabekriterien wären ungerecht für all diejenigen, die jetzt schon sehr lange auf dieser Liste stehen und warten. Vergaberichtlinien sind nichts Außergewöhnliches, wenn die Nachfrage das Angebot bei Weitem übersteigt. So gab und gibt es solche Auswahl- und Zuteilungsverfahren unter anderem in Lollar, Wettenberg, Langgöns und Lich.

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