Hans-Jörg Hufschild, Armin Reimann, Sabine Adams und Leonard R. Peter stellen das Projekt der "Alternativen mobilen Geflügelhaltung" vor und präsentieren einige Hühner und Hähne der Sundheimer-Rasse. FOTO: WS
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Hans-Jörg Hufschild, Armin Reimann, Sabine Adams und Leonard R. Peter stellen das Projekt der "Alternativen mobilen Geflügelhaltung" vor und präsentieren einige Hühner und Hähne der Sundheimer-Rasse. FOTO: WS

Sundheimer fühlen sich wohl

  • vonKlaus Waldschmidt
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Biebertal(ws). Die Hühner stehen mit der Sonne auf, und wenn die Sonne abends über Königsberg untergeht, bewegen sie sich in ihr mobiles Heim auf einer Streuobstwiese am Ortsausgang von Bieber in Richtung Fellingshausen. Die 43 schwarz-weißen Tiere der Rasse Sundheimer sind vor ein paar Wochen eingezogen und fühlen sich in der "alternativen mobilen Hühnerhaltung" wohl und genießen den Auslauf und ihre nachhaltige Lebensweise.

Zum Team, das das Projekt gestartet hat, gehören Sabine Adams, Stefanie Plüschke, Peter Mohr, Armin Reimann, Leonard R. Peter und Hans-Jörg Hufschild als Projektleiter. Hufschild hatte auch die Idee.

Bei Sundheimern handelt es sich um eine sogenannte Zweinutzungsrasse. Die Hennen dieser Rasse legen nicht nur ordentlich Eier, sie setzen - wie die Hähne - auch etwas mehr Fleisch an. Mit den Hennen werden auch die Hähne aufgezogen.

"Die Bruteier wurden Ende März im Breisgau bei einer Züchterin gekauft, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die ursprünglichen Eigenschaften dieser Rasse wie delikates, weißes Fleisch, gute Legeleistung auch im Winter, ruhig im Umgang, robust in der Haltung und gut in der Futterverwertung herauszuzüchten und weiterzuentwickeln. Drei Wochen später sind dann die Küken geschlüpft", erläuterte der Projektleiter.

Die Küken wurden in einem selbst gebauten Kükenheim mit viel Wärme und besonderen Futtermischungen "aufgepeppelt".

Da die Küken rasant an Größe und Gewicht zunahmen, war bald mehr Platz für die gefiederten Zweibeiner nötig, und so wurde kurzerhand eine Garage zum Jungtierstall umfunktioniert. Aber auch dieser Raum reichte nach weiteren acht Wochen nicht mehr aus, und so wurde der mobile Hühnerstall bezogen.

Dieser Stall steht auf Rädern und kann auf der Streuobstwiese bewegt werden, damit stets genügend "frische" Auslauffläche vorhanden ist. Der Hühnerstall hat für den Aus- und Einstieg eine batterie- betriebene Klappe.

Damit Marder und Fuchs den Hühnern nicht zu nahe kommen, ist zur Sicherheit ein Elektrozaun aufgestellt. 18 der 43 Bewohner sind Hähne, die mit ihrem Krähen auch für einen "ordentlichen Weckruf" am Morgen sorgen.

"Ziel der Geflügelhaltung ist es, nicht nur den Erhalt einer gefährdeten alten Haustierrasse ohne Überzüchtung zu bewahren, sondern auch die Bruderhähne wertschätzend zu verwenden und die Tiere möglichst artgerecht zu halten", berichtete Hufschild.

Damit die Idee auch "Flügel" bekomme, sei ab dem kommenden Jahr vorgesehen, den örtlichen Kindertagesstättengruppen und Grundschulklassen sowie allen Interessierten - auch denen, die selbst Hühner halten möchten - den Besuch der mobilen Hühnerhaltung zu ermöglichen.

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