Stimmungsmache mit "einfachen Lösungen"

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Biebertal(pm). "Demokraten müssen sich inhaltlich mit Rechtspopulisten auseinandersetzen", betonte Dr. Alexandra Kurth. Die Politikwissenschaftlerin an der Universität Gießen sprach sich bei ihrem vom SPD-Ortsverein Biebertal organisierten Vortrag im Bürgerhaus Bieber dafür aus, populistische Schlagworte nicht unwidersprochen zu lassen. Schließlich gelte es, unschlüssige Menschen mit Argumenten zu überzeugen - gegen populistische Stimmungsmache und Hetzreden. Zuvor hatte die Referentin beschrieben, wie Rechtspopulismus in der Politikwissenschaft definiert wird. Weiterhin ging sie ausführlich auf die Ursachen für das Erstarken des Rechtspopulismus ein.

Als eine der zentralen Ursachen beschrieb Kurth die durch die wirtschaftliche Globalisierung ausgelösten ökonomischen Veränderungen, die bei vielen Menschen die Angst vor wirtschaftlichem und sozialem Abstieg hervorgerufen habe. Weiterhin griffen populistische Parteien scheinbare Probleme des Politikbetriebes auf. So würden die Schwierigkeiten und der Zeitbedarf bei der Suche nach politischen Kompromissen diffamiert und es würden die einfachen Lösungen der Rechten propagiert. Die politische Diskussion um Eurokrise und Flüchtlinge würde von Rechtspopulisten genutzt, um mit "einfachen Lösungen" Stimmung zu machen. Generell würden die Regeln und Institutionen der Demokratie diffamiert und abgewertet. Man propagiere eine Anti-Politik und ein einfaches Weltbild. "Wir alle wissen aber, dass vielen Problemen nicht mit einfachen Lösungen beizukommen ist." Die Referentin sprach auch den Beitrag der Medien an, die mittels Skandalisierung und Dramatisierung dazu beigetragen hätten, Rechtspopulisten interessant zu machen.

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