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Gut besucht ist das Sommerfest des Dünsbergvereins zum 120-jährigen Bestehen.

Stets um Ausgleich bemüht

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Biebertal (m). Weiß-Blau der Himmel, angenehme Temperaturen, volkstümliche Blasmusik und rustikale Verpflegung - besser hätten die Rahmenbedingungen gestern auf dem Dünsberg gar nicht sein können. Das Sommerfest stand ganz im Zeichen der 120-jährigen Geschichte des Dünsbergvereins. Der Berg der Kelten, um den sich Mythen und Geschichten ranken, mit 498 Meter die höchste Erhebung der Region und eines ihrer markantesten Wahrzeichen, ist Namensgeber des Vereins, der am 29. Oktober 1899 aus der Taufe gehoben wurde. Ein kleines Zeitfenster innerhalb der Millionen Jahre andauernden geologischen Entstehungsgeschichte dieses aus Kieselschiefer bestehenden "Härtlings".

Seit elf Jahren leitet Cenneth Löhr die Geschicke des heute 1300 Mitglieder zählenden Vereins und übernahm 2008 ein gutes bestelltes Feld vom jetzigen Ehrenvorsitzenden Erhard Will, der dem Verein 32 Jahre lang vorstand. Ihn hieß er als Ehrengast besonders willkommen, ebenso den Beigeordneten Peter Kleiner.

In seiner Festansprache skizzierte Löhr die wechselvolle Vereinsentwicklung. Mit dem Bau des Turmes durch Männer um Fritz Kühn als logische Konsequenz seiner schon zuvor bestandenen Beliebtheit als Ausflugsziel, habe der Dünsberg seine endgültige Reife erhalten, sagte der Vorsitzende. Damit ging er auf die besonderen Herausforderungen ein, die sich aus Zusammentreffen von Natur und Geschichte sowie aus dem gesellschaftlichen Wandel mit seinem zunehmenden Freizeitdruck ergaben.

Spielplatz eröffnet

Der Dünsberg - Objekt vielfältiger Begierden: Die Bundespost richtete sich dort ein, baute in den 70er Jahren den Fernmeldeturm, die Archäologen und Landvermesser entdeckten ihn für sich und machten den Berg noch bekannter. Wanderer, Radfahrer, Jogger, Reiter, Geocacher, Hundeschlittenfahrer und Nordic-Walker erheben Anspruch, dort ihrer Freizeitbeschäftigung nachzugehen. Zahlreiche ausgeschilderte und zertifizierte Wanderwege führen auf und über das Plateau. Das führe oftmals zu Verdruss und Konflikten mit den Belangen des Natur- und Umweltschutzes, mit den Jägern und mit der forstlichen Nutzung, sagte Löhr. Der Dünsberg sei nach Kloster Arnsburg das zweite touristische Highlight im Landkreis Gießen, ergänzte er stolz. Das verpflichte.

Von 1957 an habe der Dünsbergverein rund 550 000 Euro in den Erhalt seiner Anlagen und den Ausbau der Infrastruktur investiert, stets unter Beachtung ökologischer und ökonomischer Gesichtspunkte. Er nannte unter anderem die Raststätte und als imposanteste Leistung des Vereins, den Bau des Keltentores mit dem Kelten-Informationszentrum.

In diesem Jahr blickt man zudem auf 40 Jahre organisiertes Wandern zurück. 40 000 Teilnehmer hätten, so Löhr, in dieser Zeit an rund 1000 Wanderungen teilgenommen und dabei die Strecke des halben Erdumfanges zurückgelegt. Der Vorsitzende schloss mit offenen Worten. Mahnende Stimmen, denen der Rummel am und auf dem Berg zu viel sei, nehme man ernst und bemühe sich, mit Regeln, Vernunft, aber auch der Erwartung von Toleranz, die Interessen aller zusammenzuführen und auszugleichen.

Im Anschluss an seine Rede eröffnete er den neu gestalteten Spielplatz, der zusammen mit weiteren kleineren Begleitmaßnahmen die Attraktivität auf dem Gipfel erhöht und vor allem sicherer macht. Rund 50 000 Euro wurden für die jüngsten Maßnahmen investiert. Das Sommerfest gestalteten die "Bierbembel-Bläser" mit Sängerin Nora Schmidt und der Männergesangverein Eintracht Altenkirchen mit. Die Stimmung war äußerst gut.

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