"Sternschnuppe" passt ins Konzept

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Biebertal (so). In welcher Trägerschaft wird die Kleinkinderbetreuung "Sternschnuppe" künftig fortgeführt? Das ist Gegenstand weiterer Prüfungen. Der Elternverein, der die Sternschnuppe seit bald 30 Jahren betreibt, hat bei der Gemeinde angefragt, ob diese als Träger einsteigt. Dafür hat sich auch die Mitgliederversammlung des Elternvereins ausgesprochen.

Warum? Zu einen sind da die weiter steigenden Kosten, zu anderen wird es immer schwieriger, Eltern zu gewinnen die Eigenleistungen übernehmen, die den Betrieb flankieren: Waschen, Kochen, Hausmeisterdienste.

Nicht zuletzt braucht es Eltern, die das Engagement als Arbeitgeber mittragen. Der Vorstand hat von Schwierigkeiten mit der Betriebsführung berichtet. Eine Schließung der Sternschnuppe soll aber unbedingt vermieden werden. Denn die Einrichtung gibt es seit bald 30 Jahren, und sie gilt als Bereicherung im Kanon der Betreuungseinrichtungen in der Großgemeinde.

Für das Rathaus kein Problem, so das Signal von Bürgermeisterin Patricia Ortmann. Sie plädiert dafür, die Übernahme zum Jahreswechsel 2019/220 vorzubereiten. Dazu stehen auch SPD und Grüne bereit. "Die Sternschnuppe passt gut in das Betreuungskonzept der Gemeinde", sagt Wolfgang Lenz (SPD). Auch Katrin Gaidies (Grüne) plädiert dafür, diesen Schritt zu gehen.

Übergang schon zum Jahreswechsel

Denn die Gemeinde braucht dringend Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren. Da wäre es gut, die Sternschnuppe zu übernehmen und zu stärken, etwa durch das Bilden einer zweiten Betreuungsgruppe. In der Einrichtung werden zurzeit 13 Kinder betreut, die Gemeinde braucht ab 2020 voraussichtlich 31 weitere U3-Plätze, legt die Bürgermeisterin dar.

Doch die Koalition aus Freien Wählern und CDU will erst noch einmal ausgelotet wissen, ob nicht doch ein freier Träger einsteigen könne. Nur wenn diese Suche erfolglos sei, solle die Gemeinde den Betrieb übernehmen. Ob das mit einem freien Träger günstiger wird, daran bestehen jedoch Zweifel. Und: Wunsch des Elternvereins ist das Engagement der Gemeinde und nicht eines freien Trägers. Bürgermeisterin Ortmann sieht zudem verfahrenstechnische Probleme: Die Suche nach einem freien Träger müsste von der Sternschnuppe selbst initiiert werden. Die Gemeinde hat dafür kein Mandat des Sternschnuppen-Vorstands, dürfte dies aus rechtlichen Gründen nicht einfach so von sich aus angehen. Ortmann sagt: Wir können die Übernahme und den Weiterbetrieb leisten, und zwar zu Kosten, die ein freier Träger erst einmal halten muss.

In der CDU/FW-Koalition ist man da eher skeptisch, hält es für "legitim, eigene Gestaltungsvorschläge zu entwickeln", wie es CDU-Fraktionsvorsitzender Thorsten Cramer sagte. Die Koalition setzte sich mehrheitlich durch mit der Prüfung einer freien Trägerschaft. Parallel dazu laufen die Vorbereitungen der Betriebsübernahme durch die Gemeinde.

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