In Sorge um die Quellen

  • Rüdiger Soßdorf
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Biebertal(so). Die gute Nachricht zuerst: Die Preise fürs Trinkwasser und die Abwasserbeseitigung bleiben in Biebertal voraussichtlich auch im kommenden Jahr unverändert. Auch die Gebühr für Regenwasser auf versiegelten Flächen steigt nicht.

Möglich ist das, weil der kommunale Eigenbetrieb für Wasser und Abwasser unterm Strich mit einem Gewinn von etwas mehr als 120 000 Euro kalkuliert. Warum? Weil im kommenden Jahr 2021 von einem höheren Wasserverbrauch als bislang ausgegangen wird: 390 0000 Kubikmeter für die rund 11 000 Biebertaler Bürger und damit 10 000 Kubikmeter mehr als bislang. Womöglich spielt da neben dem leichten Bevölkerungszuwachs auch die deutlich gestiegene Zahl von Homeoffice-Nutzern eine deutliche Rolle.

Gleichwohl ist nicht alles rosig. Jedenfalls dann nicht, wenn man in die Zukunft blickt. "Biebertal ist derzeit noch in der glücklichen Situation, über ein ausreichendes Vorkommen an sauberem Trinkwasser verfügen zu können", konstatiert Bürgermeisterin Patricia Ortmann. Die eigenen Quellen könnten auch in den kommenden Jahren die Versorgung sicherstellen. Dann kommt jedoch das große Aber: Die zunehmend heißen und trockenen Sommer geben Anlass zur Sorge.

Versorgung ist zu sichern

Dieser Tage hat sie den Kommunalpolitikern in der Gemeindevertretung den Wirtschaftsplan der Gemeindewerke Biebertal zur Genehmigung vorgelegt. Und hat darin rund 3,5 Millionen Euro an Investitionen für die Trinkwasserversorgung in den Biebertal-Dörfern ausgewiesen. Rund 2,9 Millionen Euro davon sind vorgesehen für das Sichern der Trinkwasserversorgung. Zu den eigenen Brunnen soll eine Alternative erarbeitet werden. Entweder: Eine Versorgungsleitung an das Netz eines anderen Wasserversorgers, etwa der Zweckverband Mittelhessische Wasserwerke, zu bauen. Oder aber erst einmal die eigenen Hochbehälter zu erweitern, um mehr Reserven einzuspeichern. Das ist noch zu entscheiden.

Nicht minder teuer kommt die Biebertaler die Beseitigung des Abwassers zu stehen: Da sollen im kommenden Jahr insgesamt knapp 3,2 Millionen Euro investiert werden. Allein 2,7 Millionen davon gehen in neue Kanäle und Regenrückhaltung, um die Kläranlage zu entlasten.

Weiteres Sorgenkind: Die Beseitigung des Klärschlamms aus der eigenen Anlage nahe Rodheim: Der Abnehmer ruft derzeit rund 160 Euro für eine Tonne auf, die er zur Entsorgung übernimmt. Das ist fast eine Verdoppe- lung in den vergangenen drei Jahren. Insgesamt wird es im kommenden Jahr voraussichtlich 165 000 Euro kos- ten, nur den Klärschlamm loszuwerden. Die Gemeindevertretung hat im November über die Zahlen zu entscheiden.

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