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Rekord zum Finale

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Sensationell" - so beschrieb Gerold Rentrop seine Empfindung. Als einer der Rocknacht-Macher stand er mit diesem Eindruck nicht allein. Seine Mitstreiter, die beiden Hauptakteure und DJs Oliver Reeh und Heiko Mattern, hatten dem nichts hinzuzufügen. Deutlich mehr als 300 Rockfans füllten den Saal im Landgasthof "Zum Dünsberg", darunter auch Bürgermeisterin Patricia Ortmann. Neuer Besucherrekord. Zu toppen ist er nicht mehr, denn die zwölfte Rocknacht war die letzte. Aus seiner Entscheidung hatte das Trio kein Geheimnis gemacht und schon beizeiten darauf hingewiesen.

Aufmerksamen Lesern der Flyer war es ohnehin aufgefallen: "This is the End" - der Titel von den "Doors" - zierte ihn, kaum wahrnehmbar, in einer Ecke und schon deswegen mochte es so richtig keiner glauben. Der enorme Zuspruch war vielleicht gerade deswegen eine Art Protestbewegung in der Hoffnung, die Drei noch umzustimmen. Aber kurz vor Null Uhr, bevor die "Hells Bells" von AC/DC durch die Boxen hämmerten, begründete Gerold Rentrop nochmals den Entschluss: Die Rocknacht-T-Shirts seien ihnen "zu eng geworden", flachste er. "Wir kaufen euch neue"-Rufe des Publikums nutzten nichts. "Rocknacht Fellingshausen - über alles wächst mal Gras - ist das Gras ein Stück gewachsen, kommt ein Schaf und frisst das Gras - das war’s", zitierte er den bekannten Protokoller aus der Mainzer Fassenacht, Jürgen Dietz, der als "Bote vom Bundestag" seine Büttenrede immer mit diesem Vers enden lässt - natürlich passend abgewandelt von Rentrop. Man ließ es ein letztes Mal so richtig krachen. Um vier Uhr früh war Kehraus - nach einem harten "Arbeitstag" von acht Stunden. Der Tanzboden wurde während dieser Stunden ohne Pause strapaziert und poliert. Auf der Leinwand Ausschnitte aus Livekonzerten bekannter Rockgrößen im Wechsel mit illustrierten Eindrücken aus zwölf Jahren Rocknacht.

Ein Grüppchen eingefleischter Rockfans zeigte seine Begeisterung auf besondere Art: Seit einigen Jahren legten sie auf Schusters Rappen den Weg von Hohenahr-Ahrdt zurück, um nach gut acht Stunden Fußmarsch rechtzeitig in "Klein-Woodstock" zu sein. Die "Rocknacht" - ein ehrliches Produkt, ohne Kleingedrucktes, mit Überraschungen und Besonderheiten, zu denen auch der Auftritt von Allan Bunell gehörte: Er ist Mitglied einer Band, die auch schon bei den Golden Oldies spielte und er sang "Dead or Alive" von Bon Jovi sowie "Rebell Yell" von Billy Idol.

Über all die Jahre galt: "Sound, Spaß und Spende". Die Attribute freier Eintritt, zivile Getränkepreise, ein beispielhaftes ehrenamtliches Engagement vieler Helfer sowie die kostenfreie Zurverfügungstellung der Technik und der Location machten dieses Produkt zu einem Erfolg. Daran partizipierte in den letzten drei, mithin nun vier Jahren, einmal mehr die Carsten-Bender-Leukämiestiftung.

Stiftungsgeber Herwig Bender bedankte sich zu Beginn der Veranstaltung für die Treue und das Engagement. Kuratoriumsmitglied Melanie Beimel fungierte als Glücksfee bei der Verlosung von fünf Doppel-CDs. Für das Wachstum des einst zarten Pflänzchens "Rocknacht" hatten Oli, Heiko und Gerold gemeinsam über die Jahre gekämpft und sich jeder mit seinen Fähigkeiten von ganzem Herzen engagiert. "Farewell?" - Vielleicht gibt es ja doch irgendwann in anderer Form ein Comeback, denn wie heißt es in einschlägigen Rocksongtexten: "The Spirit of Rock will never die". m/Foto: m

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