"Reisefachfrau" der Kirche, Heide Stiller, will kürzer treten

Biebertal (m). Nach Bad Kreuznach und Bad Münster am Stein führte der erste Tagesausflug der evangelischen Kirchengemeinde Fellingshausen. Das war am 5. Juli 1998. Viele weitere folgten. Die jährlichen Ausflüge der Kirchengemeinde werden nun wohl der Vergangenheit angehören. Heide Stiller hat seit 14 Jahren diese Ausflüge maßgeblich vorbereitet – nun möchte sie kürzer treten.

Im Organisationsteam mit dabei Walter Pausch, Willi Römer und Christel Leidecker. Von denen will aber niemand das Zepter in die Hand nehmen. Anfangs war es ohne Probleme möglich, einen Reisebus noch voll zu bekommen. In den vergangenen Jahren ließ das Interesse mehr und mehr nach und sank auf knapp die Hälfte von einst oft 50 Teilnehmern. Das ist dann auch eine Kostenfrage, und wenn es ein Zuschussgeschäft wird, lohnt es eben nicht mehr, sagte Heide Stiller, die aus ihrer Enttäuschung keinen Hehl macht. Sie weiß jedoch auch, dass die Teilnehmer immer älter werden. 1998 trat Heide Stiller in den beruflichen Ruhestand und suchte neue Aufgaben. Interessiert verfolgte sie im Fernsehen Reiseberichte und ist oft privat auch gerne und viel unterwegs. Auf diese Weise hat sie auch die Ziele für die Gemeindeausflüge ausgesucht, wie etwas 1999, wo man auf der Wartburg war und Tann in der Rhön noch einen Besuch abstattete.

Der Kirchenarbeit weiter verbunden

Im Kirchenvorstand, aus dem sie vor zwei Jahren nach 24jähriger Zugehörigkeit ausschied, stellte sie ihre Reiseziele vor, die Dinge wurden abgestimmt und dann unternahm das Team die Vor- bzw. Testfahrt. Die 75jährige stellte das Programm zusammen, informierte sich über die Bedeutung der Ziele und die Sehenswürdigkeiten, stellte die Kosten zusammen und informierte, wie eine gute Reiseleiterin, die Gäste während der Fahrt vorab über das, was sie erwarten würde. Es war stets viel organisatorischer Aufwand erforderlich. "Reisen bildet", heißt es und deshalb besuchte man auch Museen, wie etwa 2000 das Gutenberg-Museum in Mainz, 2003 eine Bibelausstellung in Frankfurt, war 2007 im Milchmuseum und im Heimatmuseum Usseln, 2009 stand das Ledermuseum in Offenbach auf dem Programm und vor zwei Jahren war man unter anderem im Hanauer Puppenmuseum und besuchte die Grimm-Freilichtfestspiele.

Kurzandachten hielt Heide Stiller auch, entweder während des Besuchs von Kirchen oder bei anderen Gelegenheit auf schönen Plätzen der Ausflugsziele.

"Mir hat das immer Spaß gemacht", bekennt die Lektorin, "und ich organisiere eben gerne". Vielleicht steckt in dieser Bemerkung doch die Hoffnung, das es nach einer gewissen Pause doch mal wieder weiter geht. Denn älter werden nicht nur die, denen aufgrund ihres Alters ein solcher Ausflug irgendwann zu beschwerlich wird.

Auch die Jüngeren werden älter und genau für diese Altersgruppe würden möglicherweise solche Angebote attraktiv, wie zuletzt am 24. Juni die Fahrt nach Koblenz mit Rheinschiffsfahrt nach St. Goarshausen.

Heide Stiller bleibt in der kirchlichen Arbeit aktiv. Sie ist Lektorin, im Besuchsdienstkreis dabei, führt die Geburtstagsliste der Gemeindemitglieder und aktivierte vor drei Jahren die Geburtstagsnachtreffen der Altersjubilare.

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